25.08.25
Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) blickt auf ein gutes erstes Halbjahr 2025 zurück. Bis Ende Juni liegt das Fahrgastaufkommen mit 168,2 Millionen Fahrten nahezu auf dem Niveau von 2024 (168,7 Millionen). Das sind 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. „Das Deutschland-Ticket, das im Mai 2023 eingeführt wurde, hat dafür gesorgt, dass die Fahrgastzahlen im Jahr 2024 kontinuierlich gestiegen sind. Die Preiserhöhung auf 58 Euro zum 1. Januar 2025 hat zu einem erwartbaren Dämpfer geführt“, berichtet VVS-Geschäftsführer Jan Neidhardt. „Hieran hat sicherlich auch die herausfordernde Baustellensituation im Eisenbahnverkehr einen Anteil. Im Hinblick darauf danken wir allen Fahrgästen für ihre Geduld.“
„Das Deutschland-Ticket hat sich als Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs etabliert. Es ist mehr als ein Ticket – es ist ein Versprechen für einfache, bezahlbare und klimafreundliche Mobilität“, betont Cornelia Christian, Geschäftsführerin des VVS. Nach dem neuen Rekord mit 574.000 Abos im letzten Jahr ist die Zahl der Abonnenten Anfang des Jahres zurückgegangen. „Mit dieser Entwicklung hatten wir aufgrund der bundesweiten Preisanpassung um neun Euro gerechnet“, äußert sich Cornelia Christian. „Wir freuen uns aber darüber, dass die Talsohle bereits überwunden ist und wieder mehr Menschen regelmäßig das günstige Abo nutzen.“
Ende Juni zählte der VVS mit knapp 550.000 Abos und Zeitkarten wieder so viele Abos wie vor einem Jahr. Im Vergleich zu Jahresbeginn stiegen die Zahlen um rund 23.000 (+ 4,2 Prozent). Immer weniger genutzt werden Wochen- und Monatstickets. Nur noch 6.400 Fahrgäste halten an den bisherigen Angeboten fest. Das ist ein Rückgang von knapp 14 Prozent. Am häufigsten sind die Menschen im VVS mit dem allgemeinen D-Ticket unterwegs. Gut 42 Prozent nutzen das Angebot für 58 Euro pro Monat. Schüler und Auszubildende, die das D-Ticket JugendBW haben, machen 36 Prozent der Abonnenten aus.
„Die jüngsten Beschlüsse des Bundeskabinetts über drei Milliarden Euro zur Finanzierung des Deutschlandtickets im Jahr 2026 reichen nicht aus, um die bestehenden Verkehre im kommenden Jahr zu finanzieren. Bleibt es bei diesen drei Milliarden Euro, wäre eine erneute, spürbare Preiserhöhung für das Deutschland-Ticket unumgänglich. Darüber hinaus fehlt noch immer eine klare politische Vereinbarungen zur langfristigen Finanzierung“, sagt Jan Neidhardt.
„Weil weiterhin Geld fehlt, reicht es nicht, auf ein erfolgreiches Ticket zu setzen und gleichzeitig strukturell unterfinanzierte kommunale Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen mit den Risiken allein zu lassen. Bund und Ländern müssen jetzt für Planungssicherheit sorgen.“, betont Cornelia Christian. „Das D-Ticket hat auch dafür gesorgt, dass das Jobticket öfter gekauft wird. Knapp 120.000 Menschen fahren nun mit dem rabattierten Ticket, so viele wie nie zuvor und rund neun Prozent mehr als im Vorjahr“, so Jan Neidhardt. Die Stadt Stuttgart übernimmt die Kosten für das Jobticket vollständig.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de