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Pro Bahn: Kritik an Hochbahn-Zügen

26.08.25

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die neuen U-Bahntriebzüge der Hamburger Hochbahn AG vom Typ DT6. Die neuen Fahrzeuge sollen nur 58 (Typ DT6-F) bzw. 66 (Typ DT6-A) Sitzplätze haben. Der alte DT4 hatten 182 Sitzplätze. Für den Verband ist das eine nicht hinnehmbare Verschlechterung. Es zeige, „dass der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg sowie die Hamburger Hochbahn die Anforderungen vieler Fahrgäste nicht wahrnehmen.“

Die Hamburger Hochbahn argumentiert, dass viele Fahrgäste sehr gern stehen und die U-Bahn durchschnittlich nur sieben Kilometer nutzen, also rund sieben U-Bahn-Stationen. Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender und Pressesprecher des Pro-Bahn-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, hält dies für eine praxisferne Durchschnittsrechnung.

„Wenn ein Fahrgast die U-Bahn von Langenhorn zur Hoheluftbrücke nutzt, nutzt er für rund zen Kilometer die U-Bahn-Linie U1 und möchte dort sitzen. Nach dem Umsteigen an der Kellinghusenstraße bleibt der Fahrgast in der U-Bahn-Linie U3 eventuell für die restlichen zwei U-Bahn-Stationen stehen. Im Durchschnitt beträgt die vom Fahrgast mit der U-Bahn zurückgelegte Entfernung zehn Kilometer plus zwei Kilometer und somit insgesamt zwölf Kilometer und aufgeteilt auf zwei Fahrten im Durchschnitt sechs Kilometer – eine statistische Milchmädchen-Rechnung!“

Pro Bahn fordert daher, die Anzahl der Sitzplätze in den neuen U-Bahn-Triebwagen des Typs DT6 deutlich zu erhöhen. Stefan Barkleit, Vorsitzender des Pro-Bahn-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg: „Immer mehr Menschen können und möchten im öffentlichen Verkehr nicht (mehr) stehen. Um mehr Menschen für einen Umstieg auf den öffentlichen Verkehr zu gewinnen, brauchen wir neue U-Bahn-Triebwagen mit einer ausreichenden Anzahl an Sitzplätzen und Stellplätzen für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer.“

Eine weitere Herausforderung sind Problem sind die Quersitze – wie in den U-Bahn-Triebwagen des Typs DT5 zu sehen. An den Übergängen zwischen den einzelnen Wagen sind jeweils links und rechts drei Quersitze, in deren Nähe es keine sinnvolle Möglichkeit zum Festhalten für stehende Fahrgäste gibt, so dass unsicher stehende Fahrgäste leicht stürzen können. Auch fahren Fahrgäste mit Einkaufswagen beziehungsweise Einkaufs-Trolleys („Hackenporsche“) und Rollkoffern den dort sitzenden Fahrgästen über die Füße.

Sofern die Politik eine echte Verkehrswende möchte, braucht es sowohl im regionalen Nahverkehr als auch im städtischen Nahverkehr Fahrzeuge mit einer ausreichenden Anzahl an komfortablen Sitzplätzen, die auch von Seniorinnen und Senioren sowie anderen Menschen, die im öffentlichen Verkehr nicht (mehr) stehen können und möchten, genutzt werden können. Pro Bahn fordert daher den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg sowie die Hamburger Hochbahn auf, das Konzept für die Ausgestaltung des Fahrgastraums der neuen U-Bahn-Triebwagen des Typs DT6 anzupassen.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de