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Neue Straßenbahnen in Cottbus

27.08.25

Seit letzter Woche sind die neuen Straßenbahn-Triebzüge in Cottbus in Betrieb. Nach fünf Jahren intensiver Planung, Ausschreibung, Fertigung und Vorbereitung ist nun der große Tag gekommen. Erstmals seit 35 Jahren sind neue Fahrzeuge auf der kommunalen Schiene unterwegs. „Mit der heutigen Inbetriebnahme setzen wir ein starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität, Barrierefreiheit und Komfort im Nahverkehr.

Die neuen Bahnen sind nicht nur eine Investition in Technik, sondern auch in Lebensqualität für die Menschen in Cottbus und der Region“, betont der Geschäftsführer Ralf Thalmann der Cottbusverkehr GmbH bei der feierlichen Übergabe der Bahnen an die Bürger der Stadt Cottbus.

Detlef Tabbert (BSW), Infrastrukturminister in Brandenburg: „Der öffentliche Personennahverkehr in unseren Kommunen soll attraktiv für die Menschen sein und den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel erleichtern. Dafür brauchen wir die erforderliche Infrastruktur, also Schienen, Haltestelle und nutzerfreundliche Zugänge, aber natürlich auch moderne Fahrzeuge auf den Schienen. In beiden Bereichen gehen die Stadt Cottbus und das städtische Verkehrsunternehmen Cottbusverkehr vorbildliche Wege.“

Die Straßenbahnbeschaffung wurde in enger Kooperation mit den Projektpartnern Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) umgesetzt. Gemeinsam konnte so eine europaweite Ausschreibung erfolgreich realisiert und vorhandene Fördermöglichkeiten optimal genutzt werden. Mittlerweile sind sieben von insgesamt 22 neuen Cottbuser Straßenbahnen vor Ort und werden sukzessive in den Probebetrieb überführt.

„Wir freuen uns, mit der Skoda Transportation Group einen verlässlichen Partner gefunden zu haben, der uns mit seiner Erfahrung und Innovationskraft überzeugt hat“, so die Geschäftsführung. Die neuen Bahnen vom Typ ForCity Plus sind technisch und optisch ein deutlicher Fortschritt gegenüber den bisherigen Modellen der Tatra-Baureihe. Mit einer Breite von 2,40 Metern und einer Länge von 29 Metern bieten sie mehr Bewegungsfreiheit für alle Fahrgäste.

Die Gesamtkapazität von 158 Fahrgästen umfasst 61 feste Sitzplätze und weitere sechs Klappsitze. Mit zwei Rollstuhlplätzen, einem Mehrzweckbereich für Kinderwagen und Rollatoren, einem ebenerdigen Einstieg über vier von sechs Türen und einer ausfahrbaren Rampe ist die Barrierefreiheit deutlich erweitert worden. Eine Klimaanlage, ein modernes Audiosystem für sehbeeinträchtigte Fahrgäste und ein digitales Fahrgastinformationssystem erhöhen den Komfort und sorgen für ein besseres Fahrgefühl.

Damit werden die neuen Bahnen den Ansprüchen einer inklusiven Mobilität gerecht und sind optimal auf die Bedürfnisse von Familien, älteren Menschen und Fahrgästen mit Behinderungen zugeschnitten. Die neuen Fahrzeuge ersetzen schrittweise ausgediente Tatra-Bahnen, werden aber zunächst parallel mit diesen im Einsatz sein. Der vertraute Anblick der Tatra-Fahrzeuge wird daher noch einige Jahre zum Stadtbild gehören.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de