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Ausbauprojekt geht unter Wasser

28.08.25

Im Zuge des viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Hanau–Gelnhausen modernisiert die Deutsche Bahn (DB InfraGO) den Bahnhof Gelnhausen umfassend und macht ihn barrierefrei. Kern des Stationsumbaus ist eine neue, breitere Personenunterführung mit Rampen, die zukünftig allen Fahrgästen einen komfortablen Zugang zum Mittelbahnsteig ermöglicht. Dass hierbei für einen schnellen Baufortschritt auch unkonventionelle Verfahren zum Einsatz kommen, stellte das Projektteam letzte Woche in Gelnhausen unter Beweis: mit sechs Berufstauchern ging es unter die Wasseroberfläche.

Was für Außenstehende wie ein mit Wasser gefülltes großes Erdloch aussehen mag, ist Teil der Planungen und vom Projektteam so vorgesehen. Damit die neue Personenunterführung dauerhaft gegen eindringendes Wasser geschützt ist, müssen Wände und Böden aufwändig betoniert werden. Aufgrund des hohen Grundwasserstands nutzt die DB InfraGO hierfür eine Unterwasserbetonage durch geschulte Berufstaucher.

Bereits im Sommer 2024 wurde der südliche Teil der Unterführung mithilfe dieses Spezialverfahrens erfolgreich hergestellt, heute folgte der nördliche Bauabschnitt. Die Taucher, die aufgrund der schlechten Sicht beinahe blind unter Wasser sind, werden per Funk durch einen Einsatzleiter präzise gesteuert. Er treibt in der Einsatzzentrale auf einer Art Floß auf dem Wasser und behält den ständigen Überblick über das Geschehen.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de