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HAVAG: TINA-Tram im Regelbetrieb

08.09.25

Die neue Straßenbahngeneration TINA (Total Integrierter Niederflurantrieb) der Halleschen Verkehrs-AG (HAVAG) ist seit heute früh erstmals im regulären Liniendienst eingesetzt. Auf den Linien 1, 2 und 3 wird zunächst eine Straßenbahn des Typs MGT-XL im gesamten Stadtgebiet unterwegs sein – im Rahmen eines vertraglich mit dem Hersteller Stadler vereinbarten dreimonatigen Probebetriebs, der Teil des Inbetriebnahmeprozesses ist. Damit geht die erste von insgesamt 17 XL-Fahrzeugen (45 Meter lang) in den Linienbetrieb.

Das erste Fahrzeug des Typs MGT-M mit 30 Metern Länge wird voraussichtlich im November zugelassen und geht danach in den Probebetrieb im täglichen Linienverkehr. Von dieser kurzen TINA-Variante wird es 39 Fahrzeuge geben. „Mit TINA beginnt für unsere Fahrgäste und den Nahverkehr in Halle (Saale) ein aufregendes neues Kapitel – es wird ein echter Meilenstein. Wir entlassen demnach die erste TINA aus dem innerbetrieblichen Inbetriebnahmeprozess in den öffentlichen Fahrgastbetrieb“, freut sich Vinzenz Schwarz, Vorstand der HAVAG.

Schwarz: „Wir bringen nicht nur mehr Komfort, mehr Sicherheit und mehr Klimaschutz auf die Schiene, sondern setzen neue Maßstäbe, die unsere Stadt noch lebenswerter machen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, diesen Sprung in die Zukunft des Nahverkehrs gemeinsam mit unseren Fahrgästen zu erleben! Heute starten wir nun planmäßig in den offiziellen Probebetrieb – wie gemeinsam mit Stadler vereinbart.“

Ziel dieser Testphase ist es, die neuen Fahrzeuge unter realen Bedingungen in punkto Zuverlässigkeit und Funktionalität ausgiebig zu erproben. Dabei werden u.a. Türen, Antriebe, Klimaanlage, Fahrgastinformationssysteme und das Kollisionswarnsystem auf Gebrauchsfähigkeit und das gesamte Fahrverhalten überprüft. Parallel zum ersten Linienfahrzeug werden weitere TINA-Fahrzeuge als Fahrschulwagen im Einsatz sein, um zunehmend alle HAVAG–Fahrer für die neue Fahrzeuggeneration auszubilden.

Die TINA-Straßenbahnen (XL- und M-Variante) wiegen mit rund 60 bzw. 45 Tonnen deutlich mehr als ihre Vorgänger, was bei Testfahrten und wenigen Stellen im Netz der HAVAG zu höheren Vibrationen geführt hat. Der Grund für das höhere Gewicht sind moderne und zusätzliche Fahrzeugkomponenten, wie zum Beispiel größere Fenster und Türen, Klimaanlagen, längere Wagenteile, mehr Antriebsmotoren sowie verstärkte Sicherheitsbauteile zur Verringerung von Unfallgefahren.

Das führt zu mehr Erschütterungen – aber keine Sorge: Der Hersteller Stadler arbeitet gemeinsam mit der HAVAG bereits an Lösungen, die zur Reduktion der Erschütterungen beitragen werden. Unabhängig davon wurde die Einhaltung der technischen Normen für Schienenfahrzeuge beim Thema hörbarer Schall (Luftschall) bereits gutachterlich nachgewiesen. Die TINA-Straßenbahnen befinden sich nach wie vor in der Typentestphase, in welcher sie im Schienennetz getestet und individuell an die Anforderungen der Stadt und die Infrastruktur angepasst werden.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de