11.09.25
Die nordrhein-westfälische Landesregierung treibt die Erneuerung der kommunalen Schieneninfraktur voran – auch, weil es zwischen Rhein und Weser einen massiven Bedarf gibt. Bei den Stadtwerken Krefeld überreichte der Minister dreizehn Zuwendungsbescheide aus dem Förderprogramm „Grunderneuerung der kommunalen Schiene“ an nordrhein-westfälische Verkehrsunternehmen, mit denen die Eine-Milliarde-Investitionsgrenze überschritten wurde. Seit 2019 sind insgesamt 1,3 Milliarden Euro für den Ausbau und die Modernisierung der kommunalen Schienen zur Verfügung gestellt worden.
Zur Halbzeit des Förderprogramms zieht das Land damit ein positives Zwischenfazit. „Viele Anlagen stammen noch aus den 1970er bis 90er Jahren und sind heute am Ende ihrer Lebensdauer. Die Kommunen und Verkehrsunternehmen können das nicht alleine stemmen. Deshalb unterstützen wir sie“, so Landesverkehrsminister Oliver Krischer (Grüne).
„Besonders freut mich, dass wir den barrierefreien Ausbau durch die Erneuerungsförderung voranbringen. Haltestellen, die erneuert werden müssen, können direkt barrierefrei ausgebaut werden, ohne dass dies finanzielle Nachteile für den Antragsteller bedeutet. Und wir setzen einen Anreiz, die Gleisinfrastruktur zu begrünen. Dort, wo es möglich ist: Weg vom grauen und lauten Schotter, hin zu begrünten leisen Schienen, die nebenbei bemerkt auch schön aussehen“, erklärte der Minister.
Gastgeberin der Veranstaltung waren die Stadtwerke Krefeld (SWK), die mit ihrem zweiten Förderantrag die landesweite Marke von einer Milliarde Euro Gesamtinvestitionen überschritten. Die rund 25 Millionen Euro teure Erneuerung von Gleisen, Weichen und Unterwerken unterstützen der Bund und das Land mit rund 15 Millionen Euro. „Wir freuen uns sehr über diese Förderung. Wenn die Mobilitätswende gelingen soll, muss in die kommunale Infrastruktur investiert werden. In Krefeld tragen wir mit diesem Fördergeld und eigenen Investitionen dazu bei, dass der ÖPNV auch in Zukunft weiter attraktiv für die Bürgerinnen und Bürger bleibt“, sagte Guido Stilling, Geschäftsführer der SWK MOBIL.
Den Bescheid mit der größten Fördersumme hat die Ruhrbahn GmbH für die Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik entgegen genommen. Das Projekt hat einen Gesamtumfang von 180 Millionen Euro, wovon 104 Millionen Euro von Bund und Land gefördert werden. Es ist das derzeit größte Einzelvorhaben zur Erneuerung der kommunalen Schienen in Nordrhein-Westfalen. In Wuppertal etwa fließen 46 Millionen Euro in die Modernisierung der Schwebebahn. Bis 2030 sollen die Stationen erneuert und barrierfrei ausgebaut werden.
Dazu gehören neue Bodenbeläge, aktualisierte Fahrgastinformationssysteme, modernisierte Aufzugsanlagen und taktile Blindenleitstreifen. Ziel ist es, die Schwebebahn als Wahrzeichen und Rückgrat des Wuppertaler Nahverkehrs zukunftsfähig zu machen – barrierefrei, effizient und attraktiv für die Fahrgäste. „Die Finanzierung solcher Infrastrukturprojekte bringt Verkehrsunternehmen und Kommunen an ihre Grenzen. Mit seiner Förderung ermöglicht das Land Nordrhein-Westfalen die dringend benötigte Erneuerung, um den Öffentlichen Personennahverkehr zukunftsfähig, gut vernetzt und klimafreundlich zu gestalten, ganz im Sinne einer modernen, bedarfsgerechten Mobilität“, betont Sabine Schnake, Geschäftsführerin WSW mobil GmbH.
Für das Netz der Kölner Verkehrsbetriebe wurden Zuwendungen in Höhe von 32,3 Millionen Euro für die Erneuerung von Gleisen, Unterwerken, Kabelanlagen und Haltestellen bewilligt. Die Häfen und Güterverkehr Köln AG bekam eine Anerkennungsurkunde für deren Erneuerungsmaßnahmen auf den Linien 7, 16, 17 und 18, die bisher mit Zuwendungen in Höhe von 10,4 Millionen Euro bedacht wurden. Für die Erneuerung von Streckeninfrastruktur, Fahrleitungsanlagen und Brandschutztechnik stehen der Rheinbahn AG 14,1 Millionen Euro an Zuwendungen zur Verfügung.
Auch der SkyTrain am Düsseldorfer Flughafen bekommt finanzielle Unterstützung für die Erneuerung von Haltestellentüren, Andockvorrichtungen und Videotechnik in Höhe von 774.000 Euro. Auch die Duisburger Verkehrsgesellschaft erhält für die Erneuerung von Gleis- und Fahrleitungsinfrastruktur und Haltestellen 24,6 Millionen Euro. Die Anerkennungsurkunde an die Stadtwerke Oberhausen weist die bisher elf Millionen Euro an bewilligten Zuwendungen für die dortigen Erneuerungsmaßnahmen im gesamten Netz aus und viele weitere mehr.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de