12.09.25
Mit einer vom Förderverein Ablachtalbahn e.V. organisierten Sonderfahrt besuchte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) im Rahmen seiner Sommertour die Ablachtalbahn. Der ehrenamtlich erbaute Bahnsteig in Göggingen, der geplante Bau eines Bahnsteigs in Hoppetenzell, die reaktivierte Holzverladung in Schwackenreute und der tägliche Stundentakt standen dabei im Mittelpunkt. In Göggingen konnte Verkehrsminister Hermann mit den Gästen das von der Zimmerei Jonas und Ottmar Gmeiner gespendete Wartehäuschen einweihen.
Seit 2021 betreiben die Stadt Meßkirch und die Gemeinde Sauldorf die Ablachtalbahn Stockach – Mengen erfolgreich als kommunales Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Fast genauso lange schon laufen die Untersuchungen, diese Verbindung für einen stündlichen und schnellen SPNV im täglichen Stundentakt als Querspange zwischen Bodensee und Donau zu reaktivieren. Nach der Methodik des Bundesverkehrsministeriums für Nutzen-Kosten-Untersuchungen wurde dabei 2023 eine Machbarkeitsstudie mit einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung angestellt.
Dabei schnitten eine Verlängerung des Seehäsle von Radolfzell nach Meßkirch oder Mengen bzw. Sigmaringen aufgrund der hohen Fahrgastzahlen sehr gut ab: Der Nutzen übersteigt die gesamten Investitions- und Betriebskosten deutlich um rund dreißig Prozent, so die Machbarkeitsstudie 2023 und ein Sensitivitätsgutachten 2025.
Verkehrsminister Winfried Hermann hob hervor: „Reaktivierungen und der Ausbau von Bahnstrecken sind ein wesentlicher Baustein für die Verkehrswende, insbesondere auch im ländlichen Raum. Gerade abseits der Hauptverkehrsachsen braucht es attraktive Alternativen durch ein gutes und aufeinander abgestimmtes Angebot von Bus und Bahn. Wir bieten gemeinsam mit dem Bund mit der Förderung über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz die besten Voraussetzungen für die Reaktivierung der Ablachtalbahn für den Personenverkehr. Jetzt ist die Bereitschaft der kommunalen Ebene gefragt, das Projekt weiter zu planen und ihren Beitrag für den Ausbau zu bringen. Gefordert sind nicht zuletzt die beiden Landkreise.“
Die Stadt Meßkirch, die Gemeinde Sauldorf und auch die Gemeinde Mühlingen finanzieren die aktuell laufende standardisierte Nutzen-Kosten-Untersuchung für rund 500.000 Euro vor, die zur Entscheidung beiträgt, welche der Varianten zwischen Bodensee und Donau reaktiviert wird.
„Der positive Nutzen-Kosten-Faktor für die Reaktivierung der Seehäsle Verlängerung Bodensee-Donau macht uns Mut für die aktuell laufende detaillierte Infrastrukturplanung und Kostenberechnung für die Strecke“, so Bürgermeister Severin Rommeler (parteilos) der Gemeinde Sauldorf: „Ein stündlicher, schneller und komfortabler Zug direkt an den Bodensee wäre für Pendler und Schüler eine enorme Verbesserung; manche Ortschaften bekämen auf diese Weise erstmals überhaupt eine regelmäßige Nahverkehrsandienung.“
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de