12.09.25
Am 4. September 1925 eröffnete die erste innerstädtische Buslinie im heutigen Wuppertal – die Städte Elberfeld und Barmen sowie die Landgemeinden Cronenberg, Ronsdorf und Vohwinkel wurden erst 1929 zur neuen Stadt Wuppertal zusammengelegt. Der Autobus war ein Nachzügler im öffentlichen Personennahverkehr. Wer vor der Einführung des Busverkehrs in Elberfeld, Barmen und den benachbarten Gemeinden mit dem ÖPNV unterwegs war, fuhr ab 1874 bis 1896 mit der Pferdebahn, ab 1890 mit der elektrischen Straßenbahn oder ab 1901 mit der Schwebebahn.
Das ändert sich in den 1920er Jahren mit dem Beginn des öffentlichen Personenverkehrs mit Omnibussen. Das Gebiet des heutigen Wuppertals war durch die Straßenbahn bereits gut erschlossen. Die ersten Omnibuslinien stellten daher zunächst Verbindungen in die Nachbarstädte her, so etwa nach Wülfrath, Dortmund, Lennep, Wermelskirchen, Hattingen, Sprockhövel und Essen. Straßenbahn- und Schwebebahngesellschaften engagieren sich gleichermaßen beim Aufbau des Busverkehrs, wobei für den Linienverkehr häufig Betriebsgemeinschaften mit Verkehrsunternehmen der Nachbarstädte gebildet wurden.
Am 4. September 1925 nahm die erste Buslinie, die ausschließlich innerhalb der Stadtgrenzen des heutigen Wuppertals verkehrte, den Betrieb auf. Die Strecke führte von Ostersbaum über Wichlinghauser Markt, Berliner Straße, Bahnhof Rittershausen (heute Oberbarmen), Höfen und Jesinghausen nach Langerfeld-Pulsöde. Weitere Buslinien kamen in den Folgejahren hinzu. Einige davon existieren bis heute, so etwa die Verbindung Wichlinghausen-Bendahl, die später vom Sedansberg über den Alten Markt und Hesselberg nach Elberfeld führte und heute als Linie 628 verkehrt.
In Wuppertal waren Autobusse aller wichtigen Hersteller unterwegs, von Büssing über Mercedes-Benz bis Henschel und MAN. Es gab zweiachsige und dreiachsige Modelle, Busse mit „Schnauze“, so genannte Tram- oder Haubenbusse und Anderthalbdecker. Bis in die 1950-er Jahre gab es außerdem unterschiedliche Antriebssysteme. Neben Benzin- und Dieselbussen fuhren in Wuppertal zeitweise auch Gas- und Dampfbusse sowie elektrische O-Busse. Danach dominierte der Dieselbus, bis die WSW ab 2022 auf Wasserstoff als neue klimafreundliche Antriebsenergie setzten.
ine Besonderheit in den 1930er Jahren waren die so genannten Autobus-Züge auf der Linie 24 zwischen Elberfeld und Wichlinghausen/Langerfeld. Hier zog der Omnibus einen zweiachsigen Anhänger, der über einen Faltenbalg mit dem Motorwagen verbunden war. Hundert Fahrgäste konnten damit befördert werden. Eine besondere Episode in der Geschichte war der Oberleitungsbus. Planungen, Buslinien zu elektrifizieren, gab es bereits in den 1930-er Jahren, aber erst 1949 wurde der Linienweg Oberbarmen-Beyenburg mit einer Oberleitung ausgestattet, die ab 1950 den Betrieb der ersten Wuppertaler Obus-Linie ermöglichte, der jedoch 1972 wieder eingestellt worden ist.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
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Quelle: Zughalt.de