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Wasserstoffbusse für Hamm

15.09.25

Die ersten Wasserstoffbusse sind bereit für ihren Probebetrieb in Hamm und werden in den nächsten Tagen an der Kampshege anrollen. Die Stadtwerke haben sich bereits 2021 mit Gründung des Wasserstoffzentrums Hamm entschieden, den ÖPNV in Hamm klimaneutral mit grünem Wasserstoff zu betreiben. Fahren mit Wasserstoff bedeutet Neuland für alle Beteiligten, sowohl für Fahrzeughersteller als auch für die Nutzer.

Die Mitarbeiter des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Hamm bereiten sich schon seit Wochen auf die neuen Fahrzeuge und die damit verbundene neue Technik vor. Alle wollen und müssen verstehen, wie Brennstoffzelle und Antrieb funktionieren. Die Brennstoffzelle lädt die Batterie und diese treibt die Motoren an. Im Bus speist immer die Brennstoffzelle die Batterie. Sie arbeitet gleichmäßig und lädt bzw. versorgt die Hochvolt-Batterie kontinuierlich.

Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) zeigt sich erfreut über die neuen Busse: „Die Lieferung der ersten Wasserstoffbusse ist ein deutliches Zeichen, dass wir es mit unserem Ziel der Klimaneutralität bis 2035 ernst meinen. Der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Hamm ist der erste große Abnehmer für grünen Wasserstoff, den wir künftig in Hamm selbst produzieren werden: Damit schaffen wir Wasserstoff-getriebene, umweltfreundliche Mobilität.“

Die Elektromotoren beziehen also ihren Strom aus der Batterie. Für Leistungsspitzen, beim Anfahren oder bei Steigungen, liefert die Batterie die notwendige Kraft. Beim Bremsen fließt dann Energie wieder zurück in die Batterie. Das Ergebnis ist ein leiser Elektroantrieb, der lokal keine Abgase produziert. Aus dem Auspuff kommt nur Wasser. Reinhard Bartsch, Geschäftsführer der Stadtwerke Hamm, ergänzt: „Als Projektpartner des Wasserstoffzentrums Hamm können wir klimaneutrale Lösungen in der Zukunft selbst bereitstellen, um mit den städtischen Dienstleistungen des öffentlichen Personennahverkehrs einen wirkungsvollen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten.“

Die Brennstoffzelle produziert Strom, indem Wasserstoff zugeführt wird, Luft (Sauerstoff) wird von außen dazu geleitet. Im Inneren gibt es eine dünne Wand. Ein Teil der Wasserstoff-Teilchen gelangt durch diese Wand, der andere Teil muss außen herumlaufen, das ermöglicht einen Stromfluss. Am Ende des Prozesses treffen sich alle Stoffe wieder mit der Luft und es entsteht Wasser und etwas Wärme.

Die Busse werden in einem Probebetrieb starten. Nach und nach werden sie im Linienverkehr auf den Linien 2, 7, 9, 11 und 12 sowie als Einsatzwagen für den Schülerverkehr eingesetzt. Mit der auffälligen Beklebung für Wasserstoff werden sie im Stadtbild schnell auffallen. Jeder gefahrene Kilometer mit Diesel stößt CO2 aus. Fahren stattdessen Wasserstoff-Busse, entfällt dieser Auspuff-Ausstoß; aufs Jahr summiert sind das rund 1.500 Tonnen CO2 weniger, da der Verkehrsbetrieb nur grünen, klimaneutral produzierten Wasserstoff nutzen wird. Aus dem Auspuff kommt reiner Wasserdampf.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de