17.09.25
Nach längerer Pause ging der Kaiserwagen der Wuppertaler Schwebebahn Anfang September nachts wieder auf die Strecke und das unter besonderen Bedingungen: Es handelte sich um eine offizielle Testfahrt, begleitet von sehr wenigen Ehrengästen aus der Wuppertaler Stadtgesellschaft sowie technischem Fachpersonal. Aus sicherheits- und genehmigungstechnischen Gründen durfte nur eine sehr kleine Personenzahl die Fahrt begleiten.
„Für uns ist dieser Moment weit mehr als eine technische Testfahrt – als der Kaiserwagen heute die ersten Meter zurücklegte, war das ein ganz besonderer Moment“, sagt WSW-Vorstandsvorsitzender Markus Hilkenbach. „Ich bedanke mich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die mit sehr viel Herzblut und Engagement daran gearbeitet haben, dass eines unserer Wahrzeichen bald wieder ein Teil des täglichen Stadtbilds sein wird. Ich freue mich darauf, wenn bald alle Wuppertalerinnen und Wuppertaler dieses Gefühl wieder selbst erleben können.“
Auf dem Bahnsteig ergriff der Betriebsleiter der Schwebebahn, Christian Kindinger, das Wort. In einer kurzen Ansprache gab er einen Rückblick auf den Projektverlauf und erläuterte die Besonderheiten der bevorstehenden Testfahrt. Wenig später setzte sich das Fahrzeug in Bewegung – der Startschuss für ein außergewöhnliches Fahrerlebnis war gefallen. Neben Markus Hilkenbach, WSW-Arbeitsdirektor Markus Schlomski und WSW mobil-Geschäftsführerin Sabine Schnake erlebte auch WSW-Aufsichtsratsvorsitzender Dietmar Bell die ersten technischen Tests hautnah mit.
„Der Kaiserwagen ist ein echtes Wahrzeichen. Dass er nach so langer Zeit wieder über der Wupper schwebt, ist ein bewegender Moment für unsere Stadtgesellschaft und ein starkes Zeichen für die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Schwebebahn“, so Dietmar Bell.
Der Fokus dieser ersten Testfahrt lag darauf, das Fahrverhalten sowie das Zusammenspiel von neuen und historischen Komponenten zu überprüfen. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu dreißig Kilometern pro Stunde absolvierte der Kaiserwagen die ersten Testkilometer. Schneller wird es bei einer Testfahrt, die ja auch dem Einfahren des Fahrzeugs dient, nicht. Kurz vor der Haltestelle Bruch wurde die Fahrt dann wieder langsamer. Mit zwanzig Kilometern pro Stunde passierte der Kaiserwagen den Bahnhof, um kurz nach der Ausfahrt wieder Fahrt aufzunehmen. Weiter ging es vorbei an den Stationen Hammerstein und Sonnborner Straße bis Zoo/Stadion.
Hier endete die spannende Fahrt für die Ehrengäste. WSW-Mitarbeiter nahmen sie in Empfang, um sie per Pkw zurück nach Vohwinkel zu bringen. Der Kaiserwagen dagegen setzte seine Testfahrt fort und drehte in dieser Nacht noch eine weitere Runde von Vohwinkel nach Oberbarmen und zurück nach Vohwinkel. Es handelt sich hierbei um die originale Wagenkombination, mit der Kaiser Wilhelm II. am 24. Oktober 1900, noch vor der offiziellen Eröffnung der Schwebebahn, an einer Probefahrt teilgenommen hat.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de