22.09.25
Die Verkehrsunternehmen im Westfalentarif laden zusammen mit der Bundespolizei, der Deutschen Bahn und der Bahnhofsmission am 25. September am Hauptbahnhof Bielefeld und am 30. Oktober am Hauptbahnhof Münster zu einer Sicherheitsführung ein. Die dreistündige Veranstaltung ist zum einen als praxisnahes Sicherheitstraining konzipiert, das den Teilnehmern im Alltag sinnvoll anwendbare Präventionshinweise und praktische Verhaltenstipps vermittelt.
Zum anderen zeigt das erstmalig stattfindende Angebot anschaulich, wie die gemeinsame Sicherheitsarbeit der verschiedenen Akteure im ÖPNV funktioniert. Fahrgäste erhalten intensive Einblicke in die Abläufe hinter den Kulissen und Erläuterungen für die häufig nicht sofort sichtbaren Sicherheitsmaßnahmen. Ein zentrales Ziel der Sicherheitsführung besteht darin, die Handlungskompetenzen der Fahrgäste in Konflikt- und Gefahrensituationen zu stärken.
Anhand von Praxisbeispielen und Übungssituationen erfahren die Teilnehmenden, wie richtiges Verhalten im Ernstfall aussieht, wie Notrufeinrichtungen zu betätigen sind und wie Videoüberwachungssysteme funktionieren. Welche Anlaufstellen gibt es an den Bahnhöfen und in den Fahrzeugen? Wer steht als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung? Wie können umstehende Fahrgäste in Gefahrensituationen aktiv eingebunden werden?
Durch die wertvollen Tipps der Sicherheitsexperten können die Teilnehmenden nach der Führung besser einschätzen, wie sie als brenzlig wahrgenommene Situationen sinnvoll begegnen und sich selbst oder andere Fahrgäste effektiv schützen können. Die Sicherheit im Personennahverkehr ist an den Bahnhöfen durch ein komplexes System unterschiedlicher Akteure geregelt. Sie arbeiten als eingespieltes Team zusammen –dieses gemeinsame Miteinander zu zeigen, ist ein weiterer Schwerpunkt der Führung.
Deshalb stehen einzelne Vertreter für alle Fragen der Fahrgäste zur Verfügung, um für noch mehr Transparenz zu sorgen, kleinere Irrtümer aus dem Weg zu räumen und das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste weiter zu erhöhen. Mehr zu den Sicherheitsführungen. Federführend für die Veranstaltung ist das Kompetenzcenter Sicherheit NRW (KCS), das die Führungen im Rahmen des Projekts „Fokus Sicherheit“ bereits mit positiver Resonanz in anderen Städten wie Essen, Bochum, Gelsenkirchen und Dortmund anbietet. Nach Möglichkeit sollen die Sicherheitsführungen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.
Neben den Angeboten für Fahrgäste werden auch Mitarbeiter im Nahverkehr gezielt durch Sicherheitstrainings, Zivilcourage-Seminare und/oder Schulungsfilme trainiert. So soll langfristig für eine bessere Informationsbasis gesorgt, praktisches Handlungswissen vermittelt und das persönlichen Sicherheitsgefühl der Fahrgäste gestärkt werden. Der ÖPNV ist zahlreichen Untersuchungen zufolge nach wie vor weniger stark von Kriminalität belastet als andere öffentliche Räume; die empfundene Sicherheit ist jedoch oftmals niedriger.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de