25.09.25
Wie die Verkehrsministerkonferenz (VMK) auf ihrer Sitzung in der letzten Woche beschlossen hat, soll der Preis des Deutschlandtickets ab dem 1. Januar von aktuell 58 Euro auf 63 Euro im Monat steigen. Somit sollen Einnahmeausfälle abgefedert werden, die durch das stark preisreduzierte Angebot entstehen. Dieser Preissteigerung soll, so lautet der Vorschlag der Länder an den Bund weiter, dann ab 2027 eine indexbasierte Preisfortschreibung folgen.
Hierfür soll dann die tatsächliche Kostenentwicklung zur Erbringung von ÖPNV-Leistungen zugrunde gelegt werden. Zur Grundbedingung zur Umsetzung dieses Vorschlages machen die Länder allerdings die verbindliche Zusage des Bundes, den Mittelanteil von mindestens 1,5 Milliarden Euro pro Jahr jeweils bis 2030 festzuschreiben. Dies wird vom Bundesverband Schienennahverkehr (BSN) ausdrücklich befürwortet.
„Die Länder sowie die Aufgabenträger in den Ländern bekennen sich einmal mehr zum Deutschlandticket und machen einen konkreten Vorschlag, wie dessen Finanzierung langfristig gesichert werden kann. Das ist ein starkes Signal an den Bund, von dem wir jetzt ein ebenso starkes Signal erwarten. Es braucht eine verlässliche Zusage, dass die paritätische Finanzierung zwischen Bund und Ländern bis 2030 gesichert wird“, erklärt BSN-Präsident Thomas Prechtl.
BSN-Präsidiumsmitglied und VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke ergänzt: „Dies ist ein mehr als nur guter Vorschlag, das Erfolgsmodell Deutschlandticket in die Zukunft zu tragen. 14 Millionen Fahrgäste wollen nicht mehr auf die Vorteile des Deutschlandtickets verzichten. Die Anzahl der Abonnenten wird noch weiter steigen, denn längst sind nicht alle Potenziale gehoben. Die Voraussetzung hierfür ist Planungssicherheit – für die Fahrgäste ebenso wie für die Leistungserbringer.“
Anders sieht es der Fahrgastverband Pro Bahn. Dort kritisiert man die Preiserhöhung und sieht insgesamt eine „fehlende Priorität“ für den öffentlichen Verkehr. Lege man, so Berechnungen von Pro Bahn, die Inflation zugrunde, wäre lediglich eine Erhöhung auf 55 Euro seit Einführung im Jahr 2023 angemessen. Detlef Neuß, Bundesvorsitzender des Verbandes: „Damit kehren sich die Verkehrsminister vom Ziel der Mobilitätswende ab. Pünktlich zwei Tage vor dem Tag der Schiene zeigt die Politik einstimmig, dass sie kein Interesse an einem attraktiven Nahverkehr hat. Bei vielen Fahrgästen entsteht der Eindruck, dass man an einer schleichenden Abschaffung durch unattraktive Preise arbeitet.“
Es braucht einen langjährigen Finanzierungsrahmen mit stabilen Preisen. Der Pro-Bahn-Vize Andreas Schröder beklagt: „Mit der erneuten Preiserhöhung strapaziert man das Vertrauen der Kunden. Fahrgäste brauchen Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Am Preis des Deutschlandtickets hängen wichtige persönliche Entscheidungen wie die Wahl des Verkehrsmittels und auch die Wohnortwahl.“ Dazu fordert man die Branche auf, Overheadkosten zu senken statt nur höhere Preise aufzurufen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de