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Verbände fordern Zuverlässigkeitsoffensive

25.09.25

Die Bahnverbände Mofair und Bundesverband Schienennahverkehr (BSN) veröffentlichen ein gemeinsames Strategiepapier zur Zukunft der Schiene. Es enthält zehn Thesen zur Neuausrichtung des Bahnverkehrs in Deutschland. „Aus unserer Sicht hat es höchste Priorität, dass die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in das System Bahn zurückgewinnen“, sagen die Präsidenten der beiden Bahnverbände BSN und Mofair, Thomas Prechtl und Martin Becker-Rethmann, in einer gemeinsamen Erklärung.

„Dieses Ziel im Blick, haben wir gemeinsam mit unserer Sicht auf die Praxis und mit unserer Expertise zehn zentrale Punkte zusammengefasst und diese an das Bundesverkehrsministerium übermittelt.“ Das Ziel aller handelnden Akteure in der Bahnbranche müsse sein, jetzt aufrichtig die richtigen Schlüsse aus der Vergangenheit zu ziehen und gemeinsam die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen, so Prechtl und Becker-Rethmann unisono.

Man fordert mehr Pünktlichkeit und Kundenfreundlichkeit durch nachhaltige Fahrpläne – sowie eine Steigerung der Betriebsstabilität durch gezielte Zugesteuerung. Man fordert echte Leistungskontrolle durch ein vorausschauendes KPI-System – das KPI-System bei der Eisenbahn bezieht sich auf ein Kennzahlensystem (Key Performance Indicators), mit dem die Leistung und Qualität von Eisenbahnunternehmen überwacht und gesteuert wird.

Man fordert mehr Schiene durch ein attraktives Marktmodell sowie mehr Effizienz durch stärkere organisatorische Entflechtung. Dazu kommen höhere Kapazitäten und eine bessere Zukunftsfähigkeit durch die Digitalisierung. Man spricht sich für einen stetigen Finanzfluss zugunsten der Schiene aus und für eine schnellere Umsetzung der Planungen durch Bürokratieabbau. Leistungsstarke Eisenbahnknoten sollen weniger Umsteigechaos verursachen und gezielter Aus- und Neubau sollen mehr Wachstum auf der Schiene schaffen.

„Was wir jetzt brauchen, sind Maßnahmenbündel für die Stärkung des Eisenbahnbetriebs sowie zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit von Struktur und Organisation bei der Bahn“, erklärt BSN-Vize-Präsident Thorsten Müller. BSN-Präsidiumsmitglied Oliver Wittke ergänzt: „Das oberste Ziel aller Bemühungen muss die Wiederherstellung der Verlässlichkeit des Bahnbetriebes sein. Wir wissen, dass dies allen Beteiligten noch viel Kraft und Ausdauer abverlangt. Aber jetzt die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, ist das Gebot der Stunde.“

„Gerade angesichts der notwendigen zusätzlichen Mittel für die Schiene muss der Wettbewerbsgedanke im intramodalen Wettbewerb weiter gestärkt werden. Im Nahverkehr haben wir ein gutes System, mit Reformbedarf an einigen Stellen; im Fernverkehr braucht es dringend entsprechende Reformen für ein besseres Angebot zu sinkenden Preisen für die Fahrgäste. Intransparente Finanzflüsse innerhalb des großen integrierten Konzerns Deutsche Bahn dagegen passen nicht mehr in die Zeit“, betont Mofair-Präsident Martin Becker-Rethmann.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de