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BVG AöR: Weniger Straftaten

26.09.25

Die Berliner Verkehrsbetriebe AöR ziehen für das erste Halbjahr 2025 eine positive Zwischenbilanz: Die polizeilich registrierten Straftaten im Einflussbereich der BVG AöR sind gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich um 17,2 Prozent gesunken – von 7.806 auf 6.460 Fälle. Das ist der niedrigste Halbjahreswert seit mindestens zehn Jahren. In Relation zur gestiegenen Fahrgastzahl bleibt das Berliner Nahverkehrsnetz objektiv sicher: 2024 zählte die BVG AöR 1.109,7 Millionen Fahrgastfahrten – und erreicht damit das Vor-Corona-Niveau von 2019.

Nicht nur die Zahl der Delikte gegenüber Fahrgästen sinkt, sondern auch gegen BVG-Beschäftigte nehmen Übergriffe ab: 98 Fälle statt 165 im ersten Halbjahr 2024, darunter markante Rückgänge bei Körperverletzung (33 statt 69) und Bedrohung (21 statt 42). Diese Entwicklung ist Ergebnis eines klaren Kurses aus mehr Präsenz, Prävention und Sauberkeit.

„Sicherheit und Sauberkeit gehört unsere volle Aufmerksamkeit. Sie sind wichtige Pfeiler unseres neuen Kurses ‘Stabilität vor Wachstum’: Das Resultat nach gut sechs Monaten: weniger Straftaten, weniger Übergriffe auf unsere Beschäftigten, mehr sichtbare Präsenz und sauberere Anlagen. Wir investieren konsequent in Menschen und Technik – damit unsere Fahrgäste und Mitarbeitenden nicht nur sicher sind, sondern sich auch sicher fühlen“, sagt BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk.

Die BVG AöR hat ihre Sicherheits- und Serviceleistungen in den letzten Monaten konsequent ausgebaut. Mit durchschnittlich 1.913 Stunden pro Tag im Jahr 2024 wurde das Vorjahresniveau von 2023 deutlich übertroffen, eine Steigerung von rund 7 Prozent. Ein zentrales Element ist die Reinigungsstreife, bei der Sicherheits- und Reinigungskräfte im Doppelpack unterwegs sind – jetzt dauerhaft im Regelbetrieb unter anderem auf den Linien U5, U7, U8 und U9. Technisch setzt die BVG AöR auf flächendeckende Videotechnik in allen Fahrzeugen und auf sämtlichen U-Bahnhöfen.

Videodaten werden aktuell zu den geltenden Bestimmungen für 48 Stunden gespeichert. Die Zahl der Anfragen von Ermittlungsbehörden blieb 2024 mit 9.731 auf hohem Niveau, was die Relevanz der Aufnahmen für die Aufklärung unterstreicht. Zudem erprobt die BVG intelligente Videodetektion als Pilotprojekt am Innovationsbahnhof Kottbusser Tor, um sicherheitsrelevante Ereignisse wie unbefugtes Betreten des Gleisbereichs schneller zu erkennen und Einsatzkräfte gezielt zu steuern.

Diese gezielte Überwachung unterstützt die BVG AöR außerdem im Kampf gegen den Vandalismus. Die Kosten der Beseitigung zeigen eine leichte Entspannung: Im ersten Halbjahr 2025 lagen die Kosten für Vandalismusbeseitigung und Fahrzeugreinigung bei 7,6 Millionen Euro, im Jahr 2024 waren es insgesamt 17,1 Millionen Euro. Auch der Schutz der Beschäftigten wurde weiter gestärkt. Seit März 2024 läuft der Bodycam-Pilot im Sicherheitsdienst. Die bisherigen Erkenntnisse zeigen eine klare deeskalierende Wirkung schon durch das Mitführen.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de