30.09.25
Karrieregespräche und Kinderprogramm, Politiker und Popcorn, Führerstand und Fachsimpelei: Beim Arverio-Geburtstag am vorvergangenen in Augsburg war ein buntes Programm geboten, das für jeden Geschmack etwas bot. Die Örtlichkeit im Bahnpark Augsburg sorgte für sympathisches Eisenbahn-Ambiente; Informationsstände verschiedener Anbieter machten die unkomplizierte Kontaktaufnahme möglich. Arverio brachte sich bei Interessentinnen und Interessenten als Arbeitgeber ins Gespräch, und in einem geschmückten Zug konnte auch der Führerstand besichtigt werden.
Politisch wurde es bei einer Talkrunde mit hochkarätigen Gästen: Ulrich Lange, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (beide CSU) tauschten sich mit Arverio-Chef Fabian Amini und Michael Mayinger von der Augsburger Localbahn über verschiedene Themen des Bahnverkehrs in der Region um Augsburg und darüber hinaus aus. Bayern Verkehrsminister Christian Bernreiter schilderte, dass er am Tag zuvor bei der Eröffnungsfeier eines Neubauabschnitts der Strecke Nürnberg – Berlin bei Bamberg war. „Also dort kann man sehr gut fahren. Und wenn die Infrastruktur überall so wäre, wäre der Zug überall pünktlich – und da müssen wir hin“.
Bereits in den Koalitionsverhandlungen habe er darauf gedrungen habe, dass vereinbart wurde, dass die Bahninfrastruktur ausgebaut wird. Jetzt gelte es, dass das Vereinbarte auch umgesetzt werde, und es gebe da auch Einigkeit in der Konferenz der Landesverkehrsminister: „Wir werden dafür kämpfen“. Bernreiter warb dafür, dass junge Leute Ingenieursstudiengänge oder andere Berufe der Bahnbranche ergreifen. Mit Blick auf die Elektrifizierung der Strecken von Augsburg ins Allgäu sagte der Minister, dass er immer wieder auf weitere Vorhaben dränge, es aber zu wenig Planungskapazitäten gebe.
Daher werde es auf absehbare Zeit Strecken geben, die nicht elektrifiziert werden könnten, und bei denen der Freistaat daher auf eine teilweise Elektrifizierung den ergänzend dazu den Einsatz von Akkuzügen setze. Dabei sagte Staatssekretär Lange, zur Diskussion in den Medien um zahlreiche Neubaustrecken, dass deren Umsetzung „aus verkehrlicher Sicht weiterhin enorm wichtig“ sei. Das sogenannte Sondervermögen stehe für die Sanierung des Bestandsnetzes und die Digitalisierung zur Verfügung. Für den Aus- und Neubau gebe es aber noch Nachbesserungsbedarf.
„Wir beginnen am Montag mit den Haushaltsberatungen für 2026“, verwies er auf den anstehenden parlamentarischen Prozess, um diese Fragen zu entscheiden. Fabian Amini, Arverio-Geschäftsführer und damit Gastgeber der Feier, freute sich, dass die Ausbauvorhaben in der Region nicht unter den Tisch fallen. „Wir brauchen mehr Kapazität gerade in den Knoten“, so Amini. Er habe Verständnis dafür, dass man die Projekte priorisieren müsse und könne verstehen, wenn die für sein Unternehmen wichtige Strecke von Donauwörth nach Augsburg später ausgebaut werde, so Amini.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de