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DB AG stellt Fernverkehrsplan vor

06.10.25

Die DB Fernverkehr AG hat ihren Jahresfahrplan für 2026 bekanntgegeben: Demnach soll es zwar grundsätzliche Verbesserungen geben, es gibt jedoch auch Fälle, in denen sich die SPFV-Anbindung verschlechtert. Buchungen für Fahrten im neuen Fahrplanjahr sind ab dem 15. Oktober möglich, der Fahrplanwechsel findet am 14. Dezember statt.

DB-Vorstand Personenfernverkehr Michael Peterson: „Die Menschen wollen Bahn fahren. Wo jetzt schon viele Fahrgäste unterwegs sind, bieten wir im neuen Fahrplan noch mehr Zugfahrten an. Wir bauen unseren Fahrplan mit Blick auf Nachfrage und Kapazität auf dem Schienennetz gezielt aus. Wir freuen uns, trotz der vielen zusätzlichen Baustellen das Angebotsvolumen auch 2026 konstant hoch auf dem Rekordniveau des Vorjahrs halten zu können.“

Mit 21 im Halbstundentakt bedienten Städten verdoppelt sich der bisherige Umfang nahezu. Das Streckennetz, auf dem etwa alle halbe Stunde ein Hochgeschwindigkeitszug fährt, wächst von 900 auf 2.300 Kilometer. Dies gilt unter anderem für Verbindungen zwischen Hamburg, Hannover und Kassel oder auch Erfurt, Halle und Berlin. Mit der Verdoppelung der Halbstundentakt-Städte unterstreicht die DB ihr Ziel, ein attraktives Verkehrsangebot für ganz Deutschland auf die Schiene zu bringen.

Mit 14 neuen besonders schnellen ICE-Fahrten werden die Nord-Süd-Achsen Hamburg–Frankfurt (Main) und Berlin–München verstärkt. Über eine Stunde schneller als bisher ist der neue Sprinter Berlin–Stuttgart über Nürnberg mit rund 4:45 Stunden Fahrzeit – eine Rekordfahrzeit zwischen diesen Metropolregionen. Auch Auslandsfahrten werden leichter: Ob beispielsweise Belgien, Tschechien, Dänemark, Polen oder Schweiz – mit grenzüberschreitend rund vierzig neuen bzw. verlängerten Fahrten täglich wächst die Auswahl kräftig.

Zwischen Deutschland und Polen nimmt die neue Eurocity-Linie zwischen Leipzig und Krakau den Verkehr auf – jeweils mit passenden Anschlüssen z.B. von und nach Frankfurt am Main. Auch die Verbindungen in die Schweiz werden weiter verbessert. So gibt es künftig mehr schnelle ICE-Direktverbindungen aus Nordrhein-Westfalen weiter in die Schweiz hinein, direkt bis Zürich oder Chur. Ganz neu angebunden wird Brig – sowohl aus Nordrhein-Westfalen als auch in Richtung Berlin.

Ab Mai 2026 startet die durchgehende Verbindung Prag–Kopenhagen über Dresden, Berlin und Hamburg. Dadurch fahren je nach Saison auch bis zu vier zusätzliche Züge täglich zwischen Hamburg und Kopenhagen. Und erstmals gibt es ab September 2026 vier tägliche ICE-Verbindungen zwischen Köln und Antwerpen über den Flughafen Brüssel, der damit neu einen Anschluss an das ICE-Netz erhält. Auf den wichtigsten ICE-Linien vereinheitlicht die DB – wo immer es möglich ist – Start- und Zielbahnhöfe, Zwischenhalte und Fahrplantakte.

Auch sollen möglichst alle Fahrten der Linien jeweils mit derselben ICE-Baureihe erfolgen. Die Landeshauptstadt Kiel erhält statt vieler unsystematischer Einzelverbindungen nun ein systematisch zweistündliches Taktangebot in Richtung Hannover, Frankfurt am Main und Stuttgart. Außerdem verzichtet die DB weitestgehend darauf, einen aus zwei Fahrzeugen bestehenden ICE an einem bestimmten Bahnhof zu teilen bzw. die beiden Teile zusammenzuführen.

Solche sogenannten Flügelkonzepte ermöglichen zwar mehr Direktverbindungen, sind aber verspätungsanfällig. Neben den wichtigen Ausweitungen des Fernverkehrs ist die Anbindung an Klein- und Mittelstädte oder Oberzentren, die nicht an relevanten Achsen liegen, schwierig. Das gilt vor allem, weil hier verstärkt der oft ähnlich schnelle Regionalverkehr genutzt wird; gerade vor dem Hintergrund des Deutschlandtickets.

Einige kann die DB Fernverkehr angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen daher nicht mehr anbieten. Dies betrifft Verbindungen, bei denen teilweise nur zehn Prozent der Sitzplätze belegt sind, etwa zwischen Leipzig und Nürnberg über Jena. Dort wird die Fahrtenanzahl pro Richtung von fünf auf zwei reduziert. Am Bahnhof Riesa im sächsischen Landkreis Meißen etwa werden drei Viertel der Züge wegfallen.

Ein weiteres Thema sind Bauarbeiten: Bis Ende April kommenden Jahres läuft die Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin. In dieser Zeit wird der ICE-Verkehr umgeleitet. Weitere Baumaßnahmen sind von Februar bis Juli auf der Wupperstrecke zwischen Hagen und Köln geplant. Weitere mehrmonatige Bauarbeiten gibt es kommendes Jahr zwischen Nürnberg und Passau sowie auf der rechten Rheinstrecke.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de