06.10.25
Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler produziert ab sofort Aluminium-Wagenkasten in den USA. Das Unternehmen feierte letzte Woche die Inbetriebnahme seiner neuen Schweißerei in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah. Die Anlage ist Teil der Erweiterung des bestehenden Werks in den USA, in dem Personenzüge für den US-Markt hergestellt werden. Mit dem Bau der neuen 4 600 Quadratmeter großen Halle schafft Stadler zudem bis zu zwanzig neue Arbeitsplätze für lokale Fachkräfte.
Der Anteil der lokalen Wertschöpfung erhöht sich auf rund achtzig Prozent. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mehr als nur Züge zu bauen“, sagte Martin Ritter, CEO von Stadler Nordamerika. „Wir schaffen wirtschaftliche Chancen, stärken Lieferketten und legen die Basis für eine Zukunft, in der amerikanische Züge für Weltklasse-Qualität stehen. Heute zeigen unsere Schweißer, dass dies möglich ist.“
Die 4.600 Quadratmeter große Schweißhalle auf dem Stadler Campus in Salt Lake City schafft bis Ende 2026 bis zu zwanzig neue Arbeitsplätze für lokale Schweißer und Techniker. Während der Anlaufphase unterstützen die besten Schweiß-Experten von Stadler aus dem Kompetenzzentrum in Ungarn den Standort in Salt Lake City. Sie geben ihr Know-How weiter und gewährleisten einen nahtlosen Wissenstransfer. Zum ersten Mal wird nun der Großteil der Aluminium-Wagenkästen direkt vor Ort gefertigt und nicht mehr aus den Stadler Werken in Europa angeliefert.
Dies verkürzt die Transportzeiten erheblich und erhöht gleichzeitig den Anteil der lokalen Wertschöpfung der Stadler-Züge in den Vereinigten Staaten. An der feierlichen Inbetriebnahme hat Stadler den ersten vor Ort geschweissten Zugwaggon präsentiert. Eingeladen waren lokale Amtsträger, Gemeindevorsteher und Teammitglieder.
Die Bürgermeisterin von Salt Lake City, Erin Mendenhall, lobte Stadlers Engagement für die lokale Wirtschaft und die Bevölkerung: „Diese Anlage ist ein leuchtendes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn globales Fachwissen auf lokale Ambitionen trifft“, so Erin Mendenhall. „Mit der Eröffnung dieser neuen Schweißhalle werden Wagenkasten vor Ort hergestellt. Das bedeutet Arbeitsplätze, Innovation und eine nachhaltigere Zukunft.“
Mit der neuen Schweißanlage und der Wagenkastenproduktion stärkt Stadler seine lokale Wertschöpfung in den USA weiter und erhöht diese auf rund 80 Prozent. Von den restlichen zwanzig Prozent stammt bereits heute ein Großteil der Zulieferungen aus Europa, mit dem tieferen Zollsatz von 15 Prozent.
Stadler analysiert aktuell sämtliche Lieferketten mit dem Ziel, den Anteil der unter die hohen Strafzölle fallenden Komponenten weiter zu reduzieren. Zudem hat sich Stadler vertraglich gegen einen Teil der anfallenden Mehrkosten abgesichert. Der Buy America Act verpflichtet Stadler bereits seit 2016, mindestens siebzig Prozent der Wertschöpfung nachweislich in den USA zu erbringen, wenn US-amerikanische Steuergelder für die Finanzierung verwendet werden.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de