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Reaktivierung der Staudenbahn geht voran

07.10.25

Die Genehmigungsplanung für die Reaktivierung der nördlichen Staudenbahn ist abgeschlossen. Nun beginnt das Planfeststellungssverfahren. Die dafür nötigen Planfeststellungsunterlagen wurden zwischenzeitlich bei der zuständigen Regierung von Oberbayern eingereicht. Nach Prüfung der Unterlagen erfolgt die öffentliche Auslegung voraussichtlich im Herbst 2025. Bürger können dann vor Ort die Planungsdetails einsehen und bei Betroffenheit Einwendungen einreichen.

Diese werden anschließend durch die Genehmigungsbehörde geprüft und abgewogen. Je nach Zahl der Einwendungen rechnen die Stadtwerke mit einer Verfahrensdauer bis Ende 2026. Somit könnten dann die eigentlichen Bauarbeiten ab 2027 entlang der Strecke beginnen. Parallel dazu plant DB InfraGO noch in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren für den Umbau der Staudenbahneinbindung in den Bahnhof Gessertshausen zu starten.

Landrat Martin Sailer (CSU) aus dem Kreis Augsburg betont die Bedeutung des Projekts für die Region: „Die Reaktivierung der Staudenbahn ist ein zentraler Baustein für eine zukunftsfähige Mobilität im Landkreis Augsburg. Sie bringt nicht nur eine deutliche Entlastung der Straßen, sondern stärkt auch den ländlichen Raum und macht den Öffentlichen Nahverkehr für viele Bürgerinnen und Bürger attraktiver.“

Seit vielen Jahren bemüht sich die Region, seit 2019 unterstützt durch die SWU, die 13 Kilometer lange Bahnstrecke von Gessertshausen über Fischach bis nach Langenneufnach für den Personenverkehr wieder in Betrieb zu nehmen. Zu Beginn erbrachten die Stadtwerke Beratungsleistungen für den Landkreis Augsburg. Die eigentliche Planung der Reaktivierung durch die Stadtwerke Ulm begann dann im Jahr 2022.

Ralf Gummersbach, Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH, ist froh über den nun erreichten Meilenstein und sieht der weiteren Projektentwicklung optimistisch entgegen: „Mit dem Start des Planfeststellungsverfahrens haben wir einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Reaktivierung der Bahnstrecke erreicht. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden war von Anfang an sehr konstruktiv und vertrauensvoll.“

Für die Bürger Einzugsgebiet der geplanten sechs barrierefreien Bahnhöfe entsteht ein attraktives und Mobilitätsangebot. Auf der elektrifizierten Strecke können dann teilweise Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h erreicht werden.

Gummersbach: „Die Gemeinden haben uns enorm bei den Abstimmungen mit den Bürgern, zum Beispiel beim Grunderwerb, unterstützt. Für uns ist diese Kooperation ein schlüssiger Faktor, um dieses Projekt erfolgreich voranzutreiben. Bereits im Vorfeld legten wir großen Wert auf Transparenz und Bürgernähe. Jetzt haben die Bürgerinnen und Bürger noch die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen, bevor wir mit dem Bau beginnen. Wir sind zuversichtlich, dass die Reaktivierung der Strecke sowohl für die Menschen vor Ort als auch für die gesamte Region langfristige Vorteile bringen wird.“

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de