10.10.25
Die Kölner Verkehrsbetriebe AG hat bei Jebsen & Jessen e-Mobility 78 E-Busse des Herstellers Irizar e-mobility bestellt. Hierunter befinden sich 38 Gelenk- und vierzig Solobusse – die größte Beschaffung des Unternehmens im Busbereich. Die erste Auslieferung soll im Oktober kommenden Jahres erfolgen. Damit fährt die KVB AG in ihrem e-mobilen Busbetrieb dann zwei Marken: die bisher 118 VDL-Busse und 78 Irizar-Busse. Bereits in der Vergangenheit, als konventionelle Dieseltraktion die Regel war, wurden mit MAN und Mercedes zwei Marken eingesetzt.
Mit den Neuzugängen werden fast zwei Drittel der KVB-eigenen Busflotte elektrisch sein. Gemessen an allen im KVB-Netz eingesetzten Bussen, also inklusive der Fahrzeuge von Subunternehmern, ist es dann fast die Hälfte. Die Gelenkbusse sind jeweils 18,2 Meter lang, die kleineren Solobusse jeweils 12,16 Meter. Jeder Bus weist eine Breite von 2,55 Meter und eine Höhe von 3,4 Meter auf. Mit unter 21 Tonnen Leergewicht kommen die Gelenkbusse und mit etwa 14,5 Tonnen Leergewicht die Solobusse – auch bei starkem Fahrgastbesatz – über alle Kölner Brücken.
Die Maße sind im engen Kölner Straßennetz, bei der maximalen Durchfahrthöhe von Unterführungen und der Belastungsgrenze von Brücken von Bedeutung. Die neuen Gelenkbusse werden eine Kapazität von 110 Plätze bieten. Hierunter befinden sich mindestens 43 Sitzplätze. Gegebenenfalls wird sich die Anzahl der Sitzplätze noch erhöhen. Die Solobusse bieten siebzig Plätze, davon mindestens dreißig Sitzplätze. Auch hier wird sich die Sitzplatzanzahl eventuell noch ändern.
Die E-Busse sind barrierefrei und bieten eine Aufstellfläche für Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren. Als E-Busse sind sie besonders geräuscharm – im Fahrgastraum und auch außen. Sie werden, wie alle Neubeschaffungen der vergangenen Jahre, mit einer Klimatisierung ausgestattet. Insbesondere die Batterien fallen „ins Gewicht“: Die benötigte Energie wird in den insgesamt 3,3 Tonnen (Gelenkbusse) bzw. 2,75 Tonnen (Solobusse) schweren Batterien gespeichert.
Diese versorgen den Elektromotor zum Antrieb des Fahrzeugs. Dank des eingesetzten Ökostroms erfolgt dies zu 100 Prozent klimaneutral und auch ohne den Ausstoß gesundheitsgefährdender Abgase. Nach den Batterien – aber bereits mit deutlich weniger Gewicht – trägt auch das Wärmepumpensystem zum Gesamtgewicht der neuen E-Busse bei. Hierdurch erhalten die Fahrgäste jeweils eine den Jahreszeiten angemessene Innenraumtemperatur.
Die Fahrzeuge können sowohl auf den Betriebshöfen (als Depotlader) als auch an Endhaltestellen verschiedener Linien (als Gelegenheitslader) geladen werden. Die Ladeleistung über Pantograf beträgt beim Gelenkbus rund 350 Kilowatt (kW), beim Solobus rund 290 kW. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich an der Anschaffung der 78 E-Busse. Übernommen werden sechzig Prozent der Mehrkosten eines E-Busses im Vergleich zum vergleichbaren Dieselbus. Das Investitionsvolumen bleibt geheim.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de