13.10.25 (München) Autor:Stefan Hennigfeld
Die Stadtwerke München (SWM) haben den Bau der Tram Münchner Norden begonnen und verlängern die bestehende Strecke der Tram 23 ab Schwabing Nord bis zum Kieferngarten. Beim Spatenstich Anfang Oktober wurde symbolisch der Auftakt für den Ausbau gemacht. Zunächst wird die bestehende Tramstrecke von der Haltestelle Schwabing Nord über Neufreimann zum U-Bahnhof Kieferngarten verlängert. Auf etwa 3,5 Kilometern entstehen sechs neue Haltestellen. Dazu wird noch im Herbst bis voraussichtlich Anfang 2026 das Parkhaus abgerissen. Bereits seit Juli werden Versorgungsleitungen im Bereich der Heidemannstraße verlegt, um das Baufeld freizumachen und die Arbeiten zu beschleunigen.
SWM-Geschäftsführer Mobilität und MVG-Chef Ingo Wortmann: „Mit zwölf neuen Haltestellen auf 5,7 Kilometern neuer Strecke bringen wir die Fahrgäste künftig im Münchner Norden schneller und komfortabler an ihr Ziel. Die Tram fährt ruhiger und transportiert mehr Fahrgäste als Auto und Bus, sie sorgt außerdem für bessere Luft und einen schnelleren Verkehrsfluss. Damit schaffen wir mehr Ruhe auf den Straßen und mehr Lebensqualität im Viertel. Dazu tragen nicht zuletzt auch das Rasengleis auf weiten Strecken und bepflanzte Haltestellen bei.“
Zwischen den Haltestellen Schwabing Nord und Maria-Probst-Straße überquert die Trasse die Gleisanlagen am DB-Nordring. Ab 2026 errichten die SWM und das Baureferat dazu eine Brücke mit einer neuen kombinierten Tram,- Geh- und Radwegverbindung von Neufreimann in die Parkstadt Schwabing. Dadurch entsteht zusätzlich eine attraktive Fahrradhauptroute, die eine direkte und schnelle Verbindung in die Innenstadt herstellt.
Bürgermeister Dominik Krause (Grüne): „Der Münchner Norden zählt zu den dynamischsten Entwicklungsgebieten in Deutschland. Hier entstehen in den kommenden Jahren tausende Jobs und Wohnungen. Die Tram Münchner Norden schafft eine neue, attraktive Verbindung zwischen Schwabing, Neufreimann und Kieferngarten sowie in Richtung Am Hart. Sie ist eine optimale Ergänzung des öffentlichen Verkehrsnetzes im Münchner Norden. Dies belegt auch der enorme volkswirtschaftliche Nutzen, der für das Projekt ermittelt wurde. Alle Kommunen stehen derzeit unter hohem Spardruck. München investiert dennoch weiter in den Erhalt und Ausbau der öffentlichen Infrastruktur. Mit der Tram Münchner Norden und der Tram-Westtangente wächst Münchens Tramnetz auf rund hundert Kilometer Länge. Mit den neuen ÖPNV-Angeboten machen wir München fit für die Zukunft.“
Der zweite Planfeststellungsabschnitt stellt die Verbindung zwischen Neufreimann und dem U-Bahnhof am Hart her. Diesen Abschnitt hat der Stadtrat im Juli genehmigt. Die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren sollen noch im Laufe des Jahres eingereicht werden. Die Tram Münchner Norden erreicht bei der aktuellen Standardisierten Bewertung durch die Intraplan Consult GmbH ein vorläufiges Nutzen-Kosten-Verhältnis mit einem deutlichen Nutzenüberschuss. Ein Verhältnis von größer 1,0 ist Voraussetzung dafür, dass die Neubaustrecke öffentlich gefördert werden kann. Das Ergebnis von 2,61 ist einer der besten Werte für Neubauprojekte überhaupt.
Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer: „Mit dem Brückenbau über den DB-Nordring leistet das Baureferat einen unverzichtbaren Beitrag für die Realisierung der Tram Münchner Norden. Die Brücke schafft auch für den Fuß- und Radverkehr eine attraktive Verbindung. Ein zusätzliches Brückenfeld hält Raum für die zukünftigen Gleise des Nordrings offen. Der Tramhalt auf der Brücke wird in Zukunft Tram- und S-Bahnnetz sinnvoll verknüpfen. Dieses Projekt ist eine komplexe ingenieurbaulichen Aufgabe, der wir uns in enger Kooperation mit den Stadtwerken mit vollem Einsatz widmen.“
Die Gesamtkosten für das Neubauprojekt sind mit rund 360 Millionen Euro veranschlagt. Nach dem Ergebnis der Nutzen-Kosten-Unter-suchung ist somit eine Förderung von Bund und Freistaat nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) von bis zu neunzig Prozent der förderfähigen Kosten und damit etwa 220 Millionen Euro möglich.
Mobilitätsreferent Georg Dunkel: „Die Tram ist ein unverzichtbarer Teil des Münchner Nahverkehrs und aus der Stadt nicht wegzudenken. Der Ausbau der Tram 23 im Münchner Norden – das zeigt auch das äußerst positive Nutzen-Kosten-Verhältnis – ist eines unserer wichtigsten Infrastrukturprojekte und ein zentraler Baustein im Nahverkehrsplan unserer Stadt. Ich freue mich, dass es jetzt losgeht.“
Stefan Hennigfeld
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Quelle: Zughalt.de