15.10.25
Die Schweizer Bundesbahn (SBB) treibt die Digitalisierung in allen Bereichen voran: Dank ihr kann sie deutlich mehr aus dem Bahnnetz herausholen. Die prognostizierte weitere Zunahme der Mobilität kann besser bewältigt werden. Ziel ist ein digitales, vernetztes Bahnsystem: digitale Stellwerke, präzise ortbare Züge dank Führerstandssignalisierung, weiterentwickelte Leitsysteme sowie eine Verkehrssteuerung, die noch besser in Echtzeit die Verkehrslage abbildet.
Die SBB hat den Auftrag zur Digitalisierung der Stellwerke im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung vergeben. Den Zuschlag erhalten Hitachi, Siemens und Stadler Rail. Die SBB hat den Auftrag gemäß den beschaffungsrechtlichen Bestimmungen vergeben. Maßgebliche Kriterien für die Vergabe waren die Wirtschaftlichkeit, zukunftsgerichtete Entwicklung, Qualität der technischen Entwicklung und Leistungen.
Da es sich um eine neue Generation von Stellwerken handelt, werden diese bis zu den ersten Inbetriebnahmen mit den gewählten Lieferanten für die Anwendung auf dem dicht befahrenen Netz mit Güter- und Personenverkehr erprobt und auf Funktionsfähigkeit geprüft. Die Einführung digitaler Stellwerke ist die zentrale Voraussetzung für die Umsetzung der Führerstandsignalisierung – ein System, das den Lokführerinnen und Lokführern alle Signale und wichtigen Fahrinformationen direkt im Führerstand anzeigt und nicht mehr mittels Signalen entlang der Strecke.
Dies ist die Grundlage, damit mehr Züge und in kürzeren Abständen verkehren können. Mit einer neuen Generation digitaler Stellwerke wird ein einheitliches, zukunftsfähiges System eingeführt. Die Komponenten sind standardisiert und modular aufgebaut, sodass einzelne Teile bei Bedarf einfacher ausgetauscht werden können. Das macht die Anlagen flexibler und günstiger im Betrieb; sie sind auch leichter zu modernisieren. Stellwerke sind das Herzstück des Bahnbetriebs: Sie steuern Weichen, Signale und Fahrten und sorgen dafür, dass Züge sicher und pünktlich verkehren.
Die Modernisierung der Stellwerke ist der zentrale Hebel, um das Netz effizienter und noch zuverlässiger zu machen. Die SBB schrieb den Auftrag für digitale Stellwerke im Herbst 2022 in zwei Losen öffentlich aus: Das Los 1 umfasst die Gesamtsysteme, die Hard- und Software für die Stellwerke. Los 2 beinhaltet die Lieferung von Object Controllern, dabei handelt es sich um elektronische Komponenten. Mit diesen werden Weichen und Signale bedient oder Gleisabschnitte überwacht.
Beide Lose umfassen neben dem Bau der Anlagen Dienstleistungen wie beispielsweise Entwicklung und Schulung sowie die Wartung und den Support. Für Los 1 lagen die vorteilhaftesten Angebote von Hitachi und Siemens vor; Los 2 geht an Stadler Rail. Hitachi, Siemens und Stadler Rail erhalten Rahmenverträge für die nächsten zehn Jahre mit drei Optionen auf Vertragsverlängerung von je fünf Jahren und 25 Jahre Wartung und Support der einzelnen Anlagen, die so dauerhaft funktionieren sollen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de