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DB AG: SPFV-Flexpreis bleibt stabil

20.10.25

Wie die Deutsche Bahn angekündigt hat, werden die Flexpreise im Fernverkehr auch über den Fahrplanwechsel im Dezember hinaus stabil bleiben. Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Sparpreisen hat das jedoch nicht, sondern gemeint ist ausschließlich der frühere Standardpreis, der jedoch jederzeit kurzfristig verfügbar ist.

DB-Konzernsprecher Achim Strauß: „Wir werden in diesem Jahr auf eine Erhöhung der Fahrpreise im Fernverkehr verzichten. Das heißt, die Einstiegspreise für die Spar- und Flexpreise und auch die Preise für die Bahncards werden nicht steigen. Wir wollen damit sicherstellen, dass Bahnfahren so günstig bleibt wie bisher. Wenn jetzt Fahrgäste auf andere Verkehrsmittel umsteigen würden, wäre das nicht nur schlecht für die wirtschaftliche Lage der DB, sondern auch schlecht für die Umwelt. Wir wollen mit stabilen Preisen ein klares Zeichen setzen, denn gerade in diesem Jahr sind sehr viele Züge ausgebremst worden durch den schlechten Zustand des Schienennetzes und viele Fahrgäste mussten längere Wege in Kauf nehmen, weil es kurzfristige Baustellen gab.“

Die Buchung für das neue Fahrplanjahr ist seit letztem Mittwoch (15. Oktober) möglich – über alle bekannten Buchungsplattformen, wobei es hier natürlich eine klare Tendenz zum Internetvertrieb gibt, sei es über den Computer oder über den DB Navigator, der zu den beliebtesten Smartphone-Apps in Deutschland überhaupt gehört.

Stefanie Berk, Vorständin Marketing und Vertrieb DB Fernverkehr: „Der neue Fahrplan bietet viele Verbesserungen für unsere Reisenden. Und mit dem Verzicht auf Preiserhöhungen und mit einer tollen Sparpreisaktion stellen wir sicher, dass das ICE-Fahren auch weiterhin so günstig ist wie bisher. Dank der Vorkaufsfrist von zwölf Monaten können sich unsere Kundinnen und Kunden jetzt schon Bahntickets für die Feiertage und Ferien im kommenden Jahr sichern – und das zum Frühbucher-Schnäppchenpreis.“

Ab Dezember werden insgesamt 21 deutsche Städte im verlässlichen Halbstundentakt bedient. Auch das ICE-Sprinternetz wird weiter ausgebaut, so erreicht man zwischen Stuttgart und Berlin eine Rekordfahrzeit. Die DB Fernverkehr AG erweitert darüber hinaus auch ihr internationales Angebot und bietet zusätzliche Direktverbindungen ins europäische Ausland an. Auf den wichtigsten ICE-Linien vereinheitlicht die DB – wo immer es möglich ist – Start- und Zielbahnhöfe, Zwischenhalte und Fahrplantakte für mehr Fahrplanstabilität.

Mit dem Fahrplanwechsel feiert der neue ICE L Premiere. Erste Einsätze sind zwischen Berlin und Köln vorgesehen, ab Mitte 2026 wird er auch auf den Verbindungen nach Westerland auf Sylt sowie zwischen Dortmund und Oberstdorf im Einsatz sein.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sieht die Sache positiv. Martin Burkert, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft: „Grundsätzlich begrüßen wir, dass die Deutsche Bahn die Ticketpreise im Fernverkehr in diesem Jahr nicht erhöht. Damit der Neustart der Bahn gelingt, gehört der Kunde in den Mittelpunkt und stabile Preise sind ein Baustein dafür. Man darf sich aber keinen Illusionen hingeben: Der Preis-Hammer wird wie so vieles bei der Bahn mit Verspätung kommen, aber er wird kommen. Denn die finanzielle Lage der Bahn im Fernverkehr ist extrem angespannt und wurde durch die Politik vor kurzem noch verschärft. Die ausgebliebene Erhöhung der Trassenpreisförderung hätte eigentlich zu steigenden Preisen und einem sinkenden Angebot führen müssen.“

Burkert: „Durch den Gang in die Verschuldung verhindert die Bahn in diesem Jahr den Preis-Hammer für die Kunden. Das ist ein betriebswirtschaftliches Risiko, das die Bahn für einen volkswirtschaftlichen Nutzen eingeht. Klar ist: Die Bahn kann nicht mehrere Jahre nacheinander Versäumnisse der Politik durch Schulden ausbaden. Bundesregierung und Bundestag bleiben in der Verantwortung. Bleibt die Politik tatenlos, steigen nicht nur die Preise, auch das Angebot würde ausgedünnt werden. Das bedeutet am Ende nichts anderes als Stellenabbau.“

Ebenfalls positiv sieht man die Sache beim Verkehrsclub Deutschland (VCD). Dort heißt es: „Die DB zeigt mit Ihrem Verzicht auf eine Fahrpreiserhöhung für IC und ICE, dass sie die kritischen Stimmen der letzten Zeit gehört hat und darauf eingeht. Verspätungen gibt es bei der Bahn – aber eben auch den Stau auf der Autobahn. Durch den Verzicht auf die Preiserhöhung bietet sich die Chance, trotz der schwierigen Lage neue Fahrgäste zu gewinnen und alte Kunden leichter zu halten.“

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de