27.10.25
Im Juni haben die Wiener Linien gemeinsam mit Wienenergie ihre erste Fassaden-Photovoltaik-Anlage in den Testbetrieb genommen, ebenso die PV-Anlagen auf den Dächern der U6-Station Florisdorf sowie des benachbarten Stellwerks. Nach drei Monaten zieht man nun eine positive Bilanz: Bis Ende September haben die drei Anlagen bereits 120.000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Allein im Juli konnten damit rund sechzig Prozent des vor Ort benötigten Stroms gedeckt werden.
Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ): „Die neue Fassaden-PV-Anlage von Wiener Linien und Wien Energie ist ein rundum nachhaltiges Projekt. Denn sie wirkt doppelt: Sie produziert Sonnenstrom und spendet zugleich Schatten. Das sorgt an heißen Tagen für Abkühlung im Stationsgebäude. Die Anlage ist eine von vielen Maßnahmen der Stadt zur Klimawandelanpassung, die Wiens hohe Lebensqualität auch in Zukunft sichern werden.“
Die östlich ausgerichtete, 1.300 Quadratmeter große Glasfassade am Osteingang der U6-Station Floridsdorf musste erneuert werden. Im Zuge der Modernisierungsarbeiten wurden nicht nur die Gläser ausgetauscht, sondern auch semitransparente Photovoltaikzellen in die Fassade eingebaut. Rund sechzig Prozent der Fassadenfläche wird mittels PV-Glaselementen für Stromerzeugung und Beschattung genutzt, während die restliche Fläche transparent bleibt und Tageslicht durchlässt.
Gudrun Senk, technische Geschäftsführerin der Wiener Linien: „Wir prüfen bei allen Bauprojekten, ob PV-Anlagen möglich sind und gehen dabei auch innovative Wege. Ob Fassade oder Dächer – wir nützen vorhandene Flächen effizient und verwenden den selbst produzierten Sonnenstrom vor Ort in unseren U-Bahn-Stationen und Betriebsgebäuden.“
Neben der Fassade an der U6-Station Floridsdorf wurden in Zusammenarbeit mit Wien Energie auch am Dach sowie am nahe gelegenen U6-Stellwerk PV-Module installiert. Insgesamt wurden 685 PV-Module verbaut, die in Summe eine Maximalleistung von ca. 260 Kilowatt-Peak (kWp) erreichen. An Sonnentagen kann damit mehr Strom produziert werden, als vor Ort für Beleuchtung, Lifte und Rolltreppen in der Station benötigt wird. Überschüssiger Strom wird an benachbarte U-Bahn-Stationen abgegeben. Mit diesem Solarkraftwerk können die Wiener Linien ein Drittel des gesamten jährlichen Strombedarfs der U6-Station selbst decken.
Karl Gruber, Geschäftsführer von Wienenergie: „Städtische Infrastruktur bietet enormes Potenzial für die Energiewende – das zeigen wir einmal mehr mit der neuen Fassaden-Photovoltaikanlage in Floridsdorf. Da die Fassade ohnehin saniert werden musste, haben wir zusammen mit den Wiener Linien direkt die Gelegenheit genutzt, die neue Fassade auch für die Produktion von Sonnenstrom zu nutzen.“
2020 haben Wiener Linien gemeinsam mit Wienenergie ihre Photovoltaik-Offensive gestartet. Mittlerweile gibt es bereits 27 Solarkraftwerke auf Öffi-Flächen in ganz Wien. Diese produzieren in Summe 5,7 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de