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Digitalisierung im ländlichen Raum

28.10.25

Mit der feierlichen Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags zwischen der Deutsche Eisenbahn Service AG (DESAG) und der Netz33 GmbH, einem Unternehmen der Niedax Group, fiel letzte Woche der offizielle Startschuss für das bundesweit einzigartige Pilot- und Leuchtturmvorhaben „Multimodale Schiene Nordost“.

Im Fokus der Kooperation zwischen DESAG und Netz33 steht die Verlegung eines hochleistungsfähigen Glasfaserkabels entlang der Schienentrassen der DESAG im Nordosten Deutschlands – ein entscheidender Schritt für die Digitalisierung von Schieneninfrastruktur im ländlichen Raum. Das Projekt setzt bundesweit Maßstäbe und zeigt, wie modernste digitale Technologien gezielt in die Region zwischen Berlin, Hamburg und Rostock gebracht werden können.

„Mit diesem Projekt setzen wir als private Eisenbahnunternehmensgruppe ein starkes Zeichen für Digitalisierung und Innovation des Schienenverkehrs im ländlichen Raum in einem neuen Maßstab und schaffen so die Basis für eine leistungsfähige, nachhaltige und zukunftssichere Mobilitätsinfrastruktur“, erklärte Ralf Böhme, Vorstand der DESAG.

Auch die Niedax Group sieht in der Kooperation ein Projekt mit Modellcharakter: „Die Kombination unserer innovativen Kabelverlegungssysteme mit einer höchstleistungsfähigen Glasfasertechnologie von Corning schafft eine Infrastruktur entlang der Schieneninfrastruktur in Deutschland, die neue Maßstäbe setzt – in Sachen Leistungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Sicherheit“, betonte Bruno Reufels, CEO der Niedax Group. „Wir freuen uns, mit der DESAG einen Partner gefunden zu haben, mit dem wir unsere Strategie in einem der ersten Schienennetze in Deutschland pilothaft umsetzen werden.“

Über den Glasfaserausbau hinaus verfolgt die DESAG mit dem Projekt perspektivisch den Ansatz einer multimodalen Nutzung von Schienentrassen: „So sollen raumerschließende Versorgungskorridore auch für weitere Medienanwendungen entstehen, etwa für in der Region erzeugte erneuerbare Energie, die regional transportiert und verteilt so in der Region verbleibt und dort genutzt werden kann“, beschreibt Böhme seine Idee eines integrierten, sektorenübergreifenden Infrastrukturpfads.

„Die ‚Multimodale Schiene Nordost‘ zeigt, was möglich ist, wenn Unternehmen in Kooperation und mit viel Engagement regionale Verantwortung übernehmen“, hob der brandenburgische Minister für Infrastruktur und Landesplanung, Detlef Tabbert (BSW), die Bedeutung des Projekts hervor und verwies zugleich auf den unmittelbaren potentiellen Mehrwert für den Verkehrsträger Schiene im ländlichen Raum: „Die räumliche Erschließung entlang von Bahntrassen durch hochleistungsfähige Glasfasertechnologie und andere Medien eröffnet völlig neue Nutzungsperspektiven für die Schiene. Dies kann zur weiteren Attraktivitätssteigerung sowohl im Schienenpersonenverkehr als auch im regionalen Schienengüterverkehr beitragen.“ Gleichzeitig soll die Region auch wirtschaftlich attraktiver werden.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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58453 Witten
Quelle: Zughalt.de