05.11.25
Nach der Entscheidung der Münchner Bürger zur Olympia-Bewerbung müssen Stadt und Freistaat jetzt bei den Verkehrsprojekten ins Handeln kommen, so der Fahrgastverband Pro Bahn Norbert Moy, oberbayrischer Vorsitzender bei Pro Bahn: „Sinnvollerweise nutzt man dafür die MCube-Studie, die die Stadt München in Auftrag gegeben hat und die Prioritäten vorgibt. Sie empfiehlt Fokus auf Infrastrukturmaßnahmen mit langfristigem Nutzen statt teurer Großprojekte oder wenig nachhaltiger Sportstätten und Entwicklung von flexiblen und schnell umsetzbaren Projekten wie Tramstrecken, Radwegen und Parkmeilen.“
Der Baustein Tram-Ausbau der Studie besteht aus acht Tramprojekten. Hinzu kommt die Tram-Nordtangente, die den Olympiapark direkt mit der Flughafen-S8 und dem geplanten Olympischen Dorf verbindet, sowie die Tramstrecke durch das Olympische Dorf.
„Mit Olympischen Spielen im Jahr 2040 und sehr knapp gerechneten fünf Jahren für Planung und Bau folgt: Ab sofort muss jedes Jahr eine Strecke fertig geplant, eine Strecke vom Stadtrat gebilligt, eine Strecke von der Regierung von Oberbayern genehmigt, eine Strecke neu gebaut und dann für den Betrieb freigegeben werden, damit bis 2040 auch alle Strecken fertig sind. Stadt und Freistaat müssen jetzt dafür sorgen, dass auch genügend Kapazität für Planung, Genehmigung und Bauen vorhanden ist.“ so Norbert Moy.
Falls die Olympia-Bewerbung ernst gemeint ist und nicht nur Schaufenster-Politik, dann müssen diese Aufgaben jetzt angegangen werden. „Nach dem Bürgerentscheid müssen jetzt die Olympia-Befürworter auch liefern und die versprochenen Projekte schnell zur Umsetzung bringen“ so Moy. Zuwarten ist angesichts der nötigen Geschwindigkeit keine Option. Fünf Jahre zwischen Planungsstart und Inbetriebnahme bedeutet eine erhebliche Beschleunigung gegenüber dem bislang Üblichen.
„Damit das gelingen kann, muss man auch hinterfragen: Sind wirklich alle derzeitigen Anforderungen an Tram-Bauprojekte nötig? Kann das durch die Regierung von Oberbayern durchgeführte Planfeststellungsverfahren straffer und schneller werden? Braucht es für den ersten Teilabschnitt der Tram-Westtangente alleine zehn Bescheide im Planfeststellungsverfahren? Ist eine gewöhnliche Hauseinfahrt über eine Haltestelle wie im Bestand vielfach vorhanden wirklich ein KO-Kriterium im Neubau? Braucht es die Geländer, die die Wege der Fahrgäste verlängern und Barrierefreiheit konterkarieren?“ so Norbert Moy zu den Entscheidungen, die jetzt getroffen werden müssen.
Dafür braucht es klare Vorgaben aus der Politik, mit der dann die Verwaltung rechtssicher und schnell handeln kann. Auch müssen frühzeitig die Betroffenen eingebunden werden, damit der erste Wurf sitzt und klare politische Unterstützung hat, und so Diskussion in einer späten Phase wie bei der Tram Münchner Norden vermieden werden kann. Außerdem fordert man, die Ankündigung umzusetzen, den Trambau im Englischen Garten durchzuführen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de