12.11.25
Der Hamburger Energievermarkter suena energy hat gemeinsam mit der Hamburger Hochbahn AG ein Pilotprojekt zur intelligenten Vermarktung eines stationären Batteriespeichers umgesetzt, der sowohl netzdienlich als auch wirtschaftlich betrieben wurde. Im Rahmen der Kooperation wurde ein 4-MW-/4,6-MWh-Speicher auf dem Busbetriebshof Alsterdorf in Hamburg in ein hybrides Betriebsmodell integriert, das zwischen einer marktdienlichen Vermarktung sowie einer Eigenverbrauchsoptimierung in der Sommer- und Winterzeit alterniert.
Von März bis August dieses Jahres übernahm suena energy mit seinem KI-basierten Energy Trading Autopilot die Energievermarktung des Speichers, wodurch die Kapazitäten der Anlage in den Sommermonaten wirtschaftlich optimiert auf dem Day-Ahead und Intraday Markt gehandelt wurden. In den Monaten September bis Februar, nutzt die Hamburger Hochbahn AG den Speicher zur internen Lastspitzenkappung. Diese halbjährliche Trennung zwischen Markt- und Eigenverbrauch wird durch eine temporäre Front-of-the-Meter-Anbindung ermöglicht.
Die Anbindung stellt aufgrund technischer und regulatorischer Anforderungen eine besondere Herausforderung an Netzbetreiber, Anlagenbetreiber und Optimierer in der Betriebsweise dar. Der Batteriespeicher ist physisch hinter dem Hauptzähler des Betriebshofs installiert („Behind-the-Meter“) und ist damit Teil der internen Strominfrastruktur der Hochbahn. In enger Zusammenarbeit mit den Hamburger Energienetzen wurde erstmalig zeitweise eine bilanzielle Entkopplung des Speichers vom allgemeinen Messbetrieb des Betriebshofs ermöglicht, um ihn als eigenständiges Asset am Strommarkt („Front-of-the-Meter“) zu betreiben.
Dieses Vorgehen der sogenannten kaufmännisch-bilanziellen Weitergabe, das den temporären Wechsel zwischen interner und externer Nutzung realisiert, ist ein Novum im Energiemarkt, das eine bisher noch nicht etablierte Zusammenarbeit von Technologieanbietern, Infrastrukturbetreibern und Netzbetreibern erfordert. Das von suena energy, der Hochbahn und den Hamburger Energienetzen umgesetzte Pilotprojekt kann damit als Blaupause für die zukünftige Nutzung von Speichern in urbanen und gewerblichen Infrastrukturen dienen.
Die hybride Betriebsweise des Kooperationsprojekts wirkt sich nachweislich positiv auf die zentralen Herausforderungen der urbanen Energiewende aus, indem die begrenzten Flächen und Netzkapazitäten optimiert genutzt werden. „Durch die Kombination von Direktvermarktung und Eigenverbrauchsnutzung schaffen wir eine wirtschaftlich und systemisch optimale Auslastung des Speichers. Diese Kombination aus Vermarktung und atypischer Netznutzung liefert ein flexibles Modell, das auch auf weitere C&I-Anwendungen übertragbar ist“, sagt Lennard Wilkening, CEO und Co-Founder von suena energy. Gemeinsam wollen die beiden Projektpartner technische Hürden bei der Energiespeicherung praxisnah überwinden.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de