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VDV begrüßt EU-Verkehrspaket

14.11.25

Die Europäische Kommission hat im Rahmen eines Verkehrspakets zwei zentrale verkehrspolitische Initiativen vorgestellt: den „Hochgeschwindigkeitsbahn-Masterplan“ (HSR) und den „Sustainable Transport Investment Plan“ (STIP). Ziel ist es, bis 2040 ein leistungsfähiges europäisches Hochgeschwindigkeitsbahnnetz zu schaffen und Investitionen in klimafreundliche Antriebe für Flug- und Schiffsverkehr zu lenken.

„Der Masterplan ist notwendig: Wer den Personenfernverkehr auf die Schiene verlagern will, muss ein konkurrenzfähiges Hochgeschwindigkeitsnetz schaffen – schnell, verlässlich und grenzüberschreitend“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann zur Veröffentlichung des neuen EU-Verkehrspakets durch die Europäische Kommission. „Doch damit dieses Netz auch seine volle Wirkung entfalten kann, braucht es die konsequente Einbindung regionaler Bahnangebote – nur dann gelingt echte Mobilität von Tür zu Tür.“

Der Branchenverband betont, dass es weiterer Vereinfachungen für die Planung und Realisierung von Hochgeschwindigkeitsstrecken bedarf sowie kraftvoller politischer Beschlüsse, die lokale Befindlichkeiten mit dem gesamtgesellschaftlichen Nutzen in eine sinnvolle Abwägung bringen. Ziel des Masterplans ist es, bis 2040 ein europäisches Hochgeschwindigkeitsnetz für den Personenfernverkehr. Unter anderem sollen grenzüberschreitende Engpässe beseitigt und verbindliche Zeitpläne sowie neue Regelungen zur Kapazitätsplanung etabliert werden.

Die Fahrtzeiten zwischen europäischen Metropolen sollen deutlich sinken: Berlin–Warschau oder Budapest–Prag sollen in vier Stunden, München–Rom oder Berlin–Brüssel sollen in sechs Stunden zu erreichen sein. Der Plan beziffert den gesellschaftlichen Nutzen des Ausbaus mit rund 750 Milliarden Euro. Die Verdopplung des Netzes (Strecken mit mehr als 250 km/h) erfordert Investitionen in Höhe von bis zu 546 Milliarden Euro. Die Finanzierung soll über Mittel der Connecting Europe Facility (CEF), nationale Haushalte, Nutzungsentgelte und privates Kapital erfolgen.

VDV-Präsident Wortmann: „Hochgeschwindigkeitsverbindungen sind wichtig. Erst mit verkürzten Reisezeiten zwischen Metropolen kann die Bahn eine ernstzunehmende Alternative zum Flugverkehr werden. Interessant wird es aber bei der anschließenden Wegekette in die Regionen. Hier sind Bund und Länder gefordert, die finanziellen Rahmenbedingungen sicherzustellen. Zuverlässige Mobilität darf nie nur auf die Hauptstädte begrenzt sein, sondern muss bis in den ländlichen Raum organisiert werden.“

Der VDV fordert für den ländlichen Raum ein flächendeckendes, verlässliches Angebot mit einem 60-Minuten-Takt an allen Wochentagen sowie ergänzenden On-Demand-Diensten. Um die Akzeptanz zu erhöhen, sollen Reisezeiten mit dem ÖPNV nicht mehr als das 1,5fache der Fahrzeit mit dem Auto betragen. Hierfür fordert der VDV eine gleichermaßen durch Bund und Länder sichergestellte Finanzierung im Sinne einer gesamtstaatlichen Aufgabe.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de