Jobportal für die Bahnbranche & ÖPNV

Wasserstoffbusse in Wien

03.12.25

Nach den neuen Batterie-Wasserstoff-Bussen für die Innenstadt nehmen nun weitere zehn emissionsfreie Busse ihren Betrieb auf. Die zwölf Meter langen Fahrzeuge der Firma CaetanoBus setzen beim Antrieb ganz auf Wasserstoff und sind das nächste innovative Ausrufezeichen der Wiener Linien für das Erreichen der Klimaziele. Die neuen Busse nutzen dabei perfekt die Synergien im Konzern der Wiener Stadtwerke: Wien Energie stellt den Wasserstoff aus Ökostrom am Smart Campus der Wiener Netze in Simmering her, mit dem die Wiener Linien ihre Fahrgäste sicher und emissionsfrei ans Ziel bringen.

Die Wiener Linien sind Vorreiter, wenn es um die Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs geht. Schon jetzt sind mehr als achtzig Prozent der Fahrgäste umweltfreundlich mit U-Bahn, Straßenbahn und siebzig elektrisch angetriebenen Bussen unterwegs. Nun setzen die Wiener Linien erneut ein Ausrufezeichen: Zehn Wasserstoffbusse des portugiesischen Herstellers CaetanoBus kommen künftig auf der Linie 39A zwischen Heiligenstadt und Sievering zum Einsatz. Das ist die erste Buslinie, die komplett mit Wasserstoff-Technologie unterwegs ist.

Aufgrund von Steigungen, kurzen Haltestellenabständen und hohem Fahrgastaufkommen ist diese Linie eine der anspruchsvollsten der Stadt, weshalb sie sich für Wasserstoffbusse besonders gut eignet. In den vergangenen Wochen wurden die Busse intensiv getestet und die Lenker*innen eingeschult, nun steht dem endgültigen Start ins Wasserstoff-Zeitalter nichts mehr im Wege.

„Wir investieren massiv in den weiteren Ausbau der umweltfreundlichen Öffis: Heuer wurden mit den Linien 12 und 27 gleich zwei neue Straßenbahnlinien eröffnet, die Linie 18 folgt mit Schulbeginn 2026. Neben dem intensiv laufenden Ausbau der U2xU5 spielen dabei auch neue Antriebstechnologien bei den Bussen eine zentrale Rolle. Die neuen, innovativen Wasserstoffbusse sind ab dem ersten Dezember unterwegs und ein Zeichen für die technologische Vorreiterrolle der Stadt bei der nachhaltigen Mobilität“, betont Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ).

Von außen ähneln die Busse ihren Diesel-Vorgängern stark, die Technik dahinter ist allerdings eine ganz andere. Der Bus vereint Fahrzeugtechnologie aus der EU mit japanischer Wasserstoffkompetenz. Der 180 kW starke Elektromotor von Siemens bezieht seine Energie aus einer Brennstoffzelle von Toyota mit insgesamt 70 kW Leistung. Fünf Tanks auf dem Dach mit je 7,5 kg Kapazität (Gesamtkapazität: 37,5 kg) versorgen die Brennstoffzelle mit Wasserstoff.

Damit schafft der Bus mehr als 400 Kilometer Reichweite, kann den ganzen Tag ohne Nachtanken unterwegs sein und dann sogar noch auf der Nachtbus-Linie eingesetzt werden – ein echter Vorteil im Alltag. Durch die Verwendung der Wasserstoff-Technologie ist der Bus leichter als gleich große Elektro-Busse und daher für das hügelige Gelände bestens geeignet. Der Bus bietet Platz für 78 Fahrgäste, einen Rollstuhl- und Kinderwagenplatz und ist klimatisiert.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de