09.12.25
Die Stadtwerke Augsburg (swa) starten in eine neue Ära des emissionsfreien Nahverkehrs. Dazu haben sie jetzt zwei eBusse vorgestellt, die demnächst in den Linienbetrieb gehen werden. Beim Testbetrieb der beiden batterieelektrischen Fahrzeuge des Herstellers Mercedes gilt es unter anderem, herauszufinden, wie sich die Busse im Stadtverkehr bei unterschiedlichen Temperaturbedingungen verhalten, wie viele Kilometer die Busse im Augsburger Linienbetrieb mit einer Akkuladung tatsächlich zurücklegen können und worauf bei der Instandhaltung geachtet werden muss.
Zudem werden Fahrer für die eFahrzeuge geschult und können das Fahrverhalten testen. Bereits seit letzter Woche ist der kurze Solobus im Linienbetrieb im Einsatz, vor Weihnachten folgt dann auch der lange Gelenkbus. Für den Testbetrieb werden die beiden vom Bundesministerium für Digitalisierung und Verkehr geförderten eBusse von der Firma Egenberger gemietet. So können die swa bereits vor der eigenen Beschaffung von Serienfahrzeugen Praxiserfahrungen mit unterschiedlichen technischen Konzepten sammeln und die Anforderungen an die künftige Flotte und die Infrastruktur im Betriebshof noch gezielter definieren.
Auch wenn alle Busse der swa seit 2011 klimaneutral mit Biogas betrieben werden, stellen sie bis spätestens 2039 ihre komplette Omnibusflotte auf Elektroantrieb um. Hintergrund sind EU-Vorgaben, wonach der Nahverkehr schrittweise emissionsfrei betrieben werden muss. Entsprechend ziehen sich die Hersteller von Gasbussen aus dem Markt zurück. Für die Beschaffung der neuen eBusse wird aktuell eine europaweite Ausschreibung vorbereitet. Ab 2028 sollen dann die neuen eBusse nach und nach eingeführt werden.
„Der Umstieg auf den batterieelektrischen Antrieb unserer Busse ist für uns ein wichtiger Schritt, um unseren Nahverkehr komplett emissionsfrei zu betreiben“, sagt swa Geschäftsführer Rainer Nauerz. „Elektromobilität wird in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Deshalb investieren wir nicht nur in neue Fahrzeuge, sondern bauen eine komplett neue Ladeinfrastruktur auf.“
Die neue Ladeinfrastruktur steht im Mittelpunkt der Busstrategie der swa. Der Busbetriebshof wird dafür umgebaut. Dabei stehen die swa im Erfahrungsaustausch mit anderen Städten und Stadtwerken, die bereits auf eMobilität umgestellt haben. „Wir planen auch die Möglichkeit für Schnellladungen, sodass die Busse nach etwa zwei Stunden wieder einsatzbereit sind“, sagt Klaus Röder, Leiter Fahrzeuge der swa.
Eine smarte Ladesoftware soll künftig steuern, wann und wie die Busse geladen werden, um die Stromversorgung optimal zu nutzen. Da für eBusse der Netzanschluss auf acht Megawatt erhöht und eine neue Ladeinfrastruktur aufgebaut werden muss, erfolgt die Umstellung schrittweise. Die Stadtwerke Augsburg rechnen mit Investitionen von rund 110 Millionen Euro für die Beschaffung neuer Fahrzeuge und den Aufbau der Ladeinfrastruktur, etwa 35 Prozent finanziert der Freistaat Bayern.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de