09.12.25
Die Bahnstrecke Westerland – Hamburg stand in den letzten Wochen erneut in Schlagzeilen. Nach einer Häufung von Verspätungen und Zugausfällen hat sich zuletzt sogar der Ministerpräsident eingeschaltet. Die beiden Verbände haben ihre Anregungen zum Fahrplan letzte Woche dem Verkehrsverbund Nah.SH vorgestellt. In ihrem Konzept verlängert sich die Fahrzeit auf der Bahnstrecke Westerland – Hamburg zwar um einige Minuten, dafür wird der Fahrplan jedoch insbesondere im Streckenabschnitt Westerland – Niebüll für die Fahrgäste wieder verlässlicher.
Die Wahrscheinlichkeit für Verspätungen und Zugausfälle reduziert sich. Dafür wird in Niebüll ein Zeitpuffer eingeplant. Pro Bahn schlägt vor, künftig Personen- und Autozüge zwischen Westerland und Morsum im Pulk mit einem Abstand von wenigen Minuten fahren zu lassen. Die Begegnung von Zügen in Keitum kann damit vermieden werden. Die Ursache für Verspätungen und Zugausfälle sehen Pro Bahn und der VCD in der sehr starken Auslastung des Streckenabschnitts Westerland – Niebüll im Autozug-Verkehr und im Nahverkehr sowie im fehlenden Fahrzeitpuffer in Niebüll nach beziehungsweise vor dem eingleisigen Streckenabschnitt Klanxbüll – Niebüll.
Vorteil des neuen Fahrplan-Konzeptes ist der durchgehende Stundentakt des Regionalexpress im Streckenabschnitt Westerland – Husum. Der Autozug-Verkehr der DB Fernverkehr und der RDC im Streckenabschnitt Westerland – Niebüll kann weiterhin im Halbstundentakt verkehren und die Trassen, sofern erforderlich, auch durch den Fernverkehr genutzt werden.
„Derzeit werden die auf dem in den Streckenabschnitten Westerland – Morsum und Klanxbüll – Niebüll eingleisigen Streckenabschnitt Westerland – Niebüll verfügbaren vier Trassen pro Richtung und Stunde in vielen Stunden des Tages genutzt“, kritisiert Stefan Barkleit, Vorsitzender des Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg bei Pro Bahn. „Im Ergebnis sehen wir auf der Regionalexpress-Linie Westerland – Hamburg eine deutlich schlechtere Pünktlichkeit als auf den anderen Regionalexpress- und Regionalbahn-Linien.“
Alexander Montana, Vorstandsmitglied des VCD-Landesverbandes Nord, ergänzt: „Nach unserer Vorstellung bekommt der Autozug-Verkehr die Möglichkeit, im Fall einer Verspätung im Nahverkehr die Trasse des Nahverkehrs zu nutzen, so dass Autozug-Verkehr und Nahverkehr ihre Trassen tauschen. Im Fahrplan der Autozüge muss dafür der Verladeschluss auf 20 Minuten vor Abfahrt vorverlegt werden. Nach den Vorstellung des VCD wird der Autozugverkehr so flexibler – wenn der Zug schon beladen ist und die Strecke frei ist kann er etwa 15 Minuten früher als geplant losfahren und die Gäste mit PKW sind so schon früher am Ziel. Ist keine frühere Trasse frei und der Autozug ist noch nicht voll, können wie heute auch noch zehn Minuten vor der veröffentlichen Abfahrt PKWs auf den Zug verladen werden.“ Die beiden Verbände appellieren an die Autozugbetreiber, offen für Veränderungen und zugänglich für gute Argumente zu sein.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de