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Hochbahn: U5-Fortschritt im Untergrund

16.12.25

Die Arbeiten für die künftige U5-Haltestelle „Barmbek Nord“ sind seit Baubeginn im Frühjahr 2024 deutlich vorangeschritten. Die Schlitzwände als stabilisierende Umrandung der Baugrube sind vollständig hergestellt und die Erdaushubarbeiten in vollem Gange. So ist bereits jetzt eine elf Meter tiefe und bis zu vierzig Meter breite Baugrube entstanden. Der Bau der künftigen U5-Haltestelle „Barmbek Nord“ ist besonders anspruchsvoll, denn die Baustelle liegt mitten im Kreuzungsbereich Fuhlsbüttlerstraße/ Nordheimstraße.

Daher werden die Bauarbeiten hier so ausgeführt, dass der Verkehr zu jeder Zeit in alle Richtungen fließen kann. Möglich macht das die halbseitige Bauweise: Während der Verkehr auf einer Seite des Straßenraums verläuft, wird die Baugrube auf der anderen Seite bis auf etwa drei Meter Tiefe ausgehoben, um dort die erste sogenannte Aussteifung als Stabilisierung einzubauen. Im Anschluss wird die Baugrube mit Betonplatten überdeckelt und es findet ein Seitenwechsel statt: Der Verkehr wird dann über die Betonelemente geführt, während der Bau auf der gegenüberliegenden Seite weitergeht.

Während beispielsweise die U5-Baugrube in der City Nord komplett offen ist und der Baufortschritt von der Oberfläche aus verfolgt werden kann, unterscheidet sich die Baustelle in Barmbek Nord in einem ganz bestimmten Aspekt: Lediglich an einzelnen Stellen werden die Betonplatten wieder geöffnet, sodass Bagger die Erde ans Tageslicht befördern können. Unterhalb dieser überdeckelten Stellen befinden sich in der Baugrube kleinere Bagger, die die Erde aus den schwer zugänglichen Ecken an die entsprechenden Stellen unterhalb der Öffnung schieben.

So kann auch unter den Betonabdeckungen gegraben werden, ohne die gesamte Baugrube zu öffnen. Eine anspruchsvolle und hoch koordinative Ingenieursleistung, die einen Baufortschritt mit deutlich reduzierten Auswirkungen auf das Umfeld ermöglicht. Was deshalb von der Oberfläche nicht zu sehen ist: Während oberirdisch täglich rund 40.000 Fahrzeuge die Baustelle passieren, ist die Baugrube im Untergrund bereits jetzt auf bis zu elf Meter Tiefe und bis zu vierzig Meter Breite ausgehoben. Bei diesem Vorgehen werden wertvolle Erfahrungen gesammelt, die im weiteren Verlauf der U5 in Richtung Innenstadt wichtig werden.

Alexandra Reinecke, Projektleiterin für die Baustelle Barmbek Nord bei der Hochbahn U5 Projekt GmbH: „Mir macht es unglaublich Spaß zu sehen, wie etwas Form und Kontur annimmt, das zuvor nur auf Plänen existierte. In Barmbek Nord ist unter der Oberfläche schon jetzt sinnbildlich eine Kathedrale entstanden, wie wir unsere Baugrube aufgrund der Dimension im Team gerne nennen. Das ist schon sehr eindrucksvoll.“

Während das erste Teilstück der U5 von der City Nord bis zum Startschacht östlich der Haltestelle Sengelmannstraße offen gebaut wird, kommt für den Bau des Tunnels auf der restlichen Strecke bis nach Bramfeld ab Herbst 2027 eine konventionelle Tunnelbohrmaschine zum Einsatz.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de