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Rheinlandtarif ab nächstem Jahr

18.12.25

Mit historischen Beschlüssen haben die Verbandsversammlungen des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) und des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) im Dezember in einer gemeinsamen Sitzung in Düren den Weg in eine neue Tarifwelt freigemacht. Zum 1. Juni 2026 verschmelzen die Tarifgebiete der beiden Verbünde. Aus den Tarifen in Köln/Bonn und Aachen wird ein einheitlicher Rheinlandtarif.

„Für die Fahrgäste wird es ab dem Frühsommer 2026 keinen Unterschied mehr machen, ob sie im Gebiet des AVV oder im Gebiet des VRS unterwegs sind. ÖPNV im Rheinland war nie einfacher. Das ist ein großer Wurf, und wir freuen uns, dass die politischen Gremien heute diese wegweisenden Beschlüsse gefasst haben“, so VRS-Geschäftsführer Michael Vogel.

AVV-Geschäftsführer Hans-Peter Geulen ergänzt: „Einfachheit und Übersichtlichkeit sind die Kernwerte der neuen Tarifwelt. Neben dem Deutschlandticket und eezy.nrw bildet unser neuer Gemeinschaftstarif die dritte Säule.“

Anja Höhn, Bereichsleiterin Absatz Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) und Mitglied des VRS-Beiratsvorstands: „Wir haben den eTarif eezy.nrw seinerzeit im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft mit dem VRS und dem Schweizer Anbieter Fairtiq aus der Taufe gehoben. Dass eezy.nrw sich sehr gut entwickelt und nun ein solider Pfeiler der neuen Tarifwelt sein wird, erfüllt uns mit Stolz. Wir sind jedoch auch dankbar dafür, dass zunächst die Kurzstrecke als Einstiegspreisstufe erhalten bleibt und die Kundinnen und Kunden sich somit nach und nach an eezy.nrw gewöhnen können.“

Rund zehn Prozent aller Fahrten in den Gebieten von AVV und VRS werden derzeit mit Einzel- und 24-Stunden-Tickets, dem sogenannten Bartarif, unternommen. Da das Gros der Fahrgäste mittlerweile mit dem Deutschlandticket unterwegs ist, richtet sich die Tarifreform insbesondere an die Gelegenheitsfahrer des Bartarifs. Die Reform reduziert die Zahl der bisherigen Preisstufen in VRS und AVV von heute 16 auf zunächst vier und später drei.

Durch diese Reduktion entfallen mehr als siebzig Prozent einzelne Tarifpositionen und machen die Tarifsystematik deutlich einfacher und übersichtlicher. Noch einfacher wird es dann nochmal in zwei Jahren, zum 1. Juni 2028, wenn auch die Kurzstrecke wegfällt. Volker Otto, Vorsitzender des Unternehmensbeirats im VRS: „Die zweijährige Migrationsphase werden wir nutzen, um den smartphonebasierten Luftlinientarif eezy.nrw weiter zu stärken. Er macht den Zugang zum ÖPNV unkompliziert und spontan und ist bereits heute in vielen Fällen auch preislich die attraktivste Lösung.“

Anno Schichler-Koep, Geschäftsführer Stadtverkehr Euskirchen GmbH (SVE) und Mitglied des VRS-Beiratsvorstands: „Bei der Erarbeitung des neuen Gemeinschaftstarifs galt es, die Interessen der Fahrgäste in den Metropolen mit den der Fahrgäste in ländlichen Gebieten in Einklang zu bringen. Diesen Spagat halte ich für gut gelungen und bin zuversichtlich, dass mehr Einfachheit auch viele heutige Autonutzer zum Umstieg bewegen wird.“

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de