08.01.26
Ende 2015 – vor gut zehn Jahren – haben der Zweckverband SPNV Nord in Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Land sowie den Verkehrsverbünden Rhein-Mosel (VRM) und Trier (VRT) ein neues ÖPNV-Konzept für den Norden von Rheinland-Pfalz vorgelegt. Die Umsetzung begann 2016 und läuft seit nunmehr zehn Jahren. Zeit für einen Rückblick. „Das Konzept hat vor zehn Jahren den ÖPNV im Norden von Rheinland-Pfalz auf ein neues Niveau gehoben, indem es den gesamten Busverkehr neu konzipiert hat.
Seitdem hat sich die Mobilität in Stadt und Land durch die enge Verzahnung von Bus und Bahn sehr positiv entwickelt“, würdigt SPNV-Nord Verbandsvorsteher Achim Hallerbach (CDU), Landrat Kreis Neuwied, das Jubiläum. „Mit dem jüngst verabschiedeten Landesnahverkehrsplan setzen wir einen finanziellen Rahmen, der die inzwischen landesweit 142 regionalen Hauptlinien absichert. Dies ist eine wesentliche Grundlage für den dauerhaften Erfolg der ÖPNV-Konzepte. Und vor allem ist es ein wichtiger Baustein unserer klimafreundlichen Mobilitätspolitik in Rheinland-Pfalz“, freut sich Mobilitätsministerin Katrin Eder (Grüne).
Das Ziel des Konzepts ist es, lokale und regionale Busverkehre eng mit dem Schienennetz zu verknüpfen, Schülerverkehre zu integrieren und die Verkehrsangebote schrittweise zu bündeln und zu modernisieren. Entstanden ist ein regionales Hauptliniennetz, das auch über Landesgrenzen hinausgeht. Ergänzt werden die regionalen Verbindungen um ein großflächiges Radbusnetz, bestehend aus 22 Linien. Diese sind vor allem bei Touristen und Tagesausflüglern sehr beliebt.
Darüber hinaus gibt es einige Expresslinien wie beispielsweise die 120 (Altenkirchen – Horhausen – Neuwied), 410 (Bitburg-Stadt – Luxemburg), 555 (Bernkastel-Kues – Wittlich – Daun), 615 (Flughafen Hahn – Koblenz), 645 (Simmern – Bad Kreuznach) oder 800 (Idar-Oberstein – Thalfang – Trier), die als Rückgrat des überregionalen Busnetzes fungieren und Bahn, Stadtverkehr und Radverkehr intelligent miteinander verbinden.
Das regionale Netz hat einen Gesamtumfang von 25 Millionen Kilometern pro Jahr und gehört damit im bundesweiten Vergleich zu den Spitzenreitern. Es besteht im Vergleich zum Startzeitpunkt 2015 aus deutlich mehr und besser ausgestatteten Bussen inkl. Free-WiFi/Signalverstärkern, USB-Ladebuchsen und Klimatisierung. Ihre direkte Linienführung ermöglicht schnelle Reisezeiten, vergleichbar mit denen des PKW-Verkehrs.
Die meisten Linien verkehren im Stunden-Takt von frühmorgens bis Mitternacht, auch am Wochenende. Nachtbusse erschließen in Freitag- und Samstag-Nächten sowie vor Feiertagen nicht nur den großstädtischen Raum, sondern auch die ländlichen Gebiete, wie beispielsweise gleich 32 Orte im Oberen Westerwald. Finanziert werden die regionalen Hauptlinien, früher auch Regiolinien genannt, zu hundert Prozent durch das Land Rheinland-Pfalz, im Norden über den Haushalt des SPNV-Nord. Die lokalen Linien werden regulär kommunal finanziert.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de