Jobportal für die Bahnbranche & ÖPNV

Wuppertal: 125 Jahre Schwebebahn

12.01.26

Das neue Jahr steht in Wuppertal ganz im Zeichen eines Jubiläums: 125 Jahre Schwebebahn. Seit der Eröffnung im Jahr 1901 ist der eiserne Lindwurm das Wahrzeichen der Stadt. Obwohl: Wuppertal wurde ja erst 1929 gegründet. Die Schwebebahn war ursprünglich ein Gemeinschaftsprojekt der Städte Barmen und Elberfeld sowie der Landgemeinde Vohwinkel. 2026 ist ganz Wuppertal Schwebebahn“ unter diesem Motto starteten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) letzte Woche ins 125-jährige Jubiläum der Schwebebahn.

„Das Jubiläum begleitet uns das ganze Jahr und wir freuen uns über alle Wuppertalerinnen und Wuppertaler, die mit dabei sind“, betont Sabine Schnake, Geschäftsführerin WSW mobil. „Unser Motto ‚2026 ist ganz Wuppertal Schwebebahn‘ ist ein stolzes Statement der Verbundenheit und eine Einladung, gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Denn bis heute steht die Schwebebahn für Verlässlichkeit, Fortschritt und die besondere Identität unserer Stadt. Ihr Jubiläum erinnert uns daran, wie wichtig eine starke, zukunftsorientierte Mobilitätsinfrastruktur für Wuppertal ist.“

Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD) betont die Bedeutung der Schwebebahn für die Stadt: „Unsere Schwebebahn ist die Seele unserer Stadt. Sie ist unser weltweites Unikat! Sie steht für den Pioniergeist und den Mut unserer Stadtmütter und -väter, den wir uns gerade heute wieder in Erinnerung rufen sollten: Ambitionierte Stadtentwicklungsprojekte zu wagen, Neuland zu betreten, andere Wege zu gehen. Die Schwebebahn ist nicht nur für über 80.000 tägliche Fahrgäste das unverzichtbare Herzstück unseres öffentlichen Nahverkehrs, sie ist das denkmalgeschützte Wahrzeichen und der internationale Magnet Wuppertals.“

Scherff: „Durch ihre einzigartige Technik als Hängebahn über der Wupper reduziert sie Stau und Abgase in unserer Stadt, lockt hunderttausende Touristen an und bietet eine schnelle, umweltfreundliche Verbindung zwischen unseren Stadtteilen, die sonst in unserem engen Tal auf einer 13 Kilometer langen Strecke kaum zu bewältigen wäre. Bei meiner Tochter ist es noch nicht so lange her, dass wir das erste Mal gemeinsam Schwebebahn gefahren sind. Wir sind extra in Oberbarmen eingestiegen, um einen Platz am Panoramafenster zu ergattern. Sie war wahnsinnig aufgeregt und hat es geliebt. Seither fahren wir regelmäßig manchmal einfach nur Schwebebahn ohne Anlass, weil es ihr so viel Freude bereitet.“

Seit ihrer offiziellen Betriebseröffnung am 1. März 1901 schwebt die Schwebebahn über der Wupper und heute, 125 Jahre später, steht sie erneut im Mittelpunkt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die Geschichte und Zukunft verbinden. Das Jubiläumsjahr ist geprägt von Überraschungen und Aktionen. Los ging es am 8. Januar. An diesem Tag ist erstmals wieder ein Wagen in der Optik der Baureihe 1972 (GTW 72) durchs Tal geschwebt. Die WSW haben eines der heutigen Schwebebahn-Fahrzeuge orange-blau, im Design der GTW 72, gestaltet.

Die gestaltete Bahn wird das ganze Jahr hindurch im regulären Schwebebahnbetrieb eingesetzt. Dies wird sicher viele Erinnerungen wecken, die es wert sind, geteilt zu werden. Wer seine persönliche Geschichte mitteilen möchte, kann dafür das Einsendeformular auf wsw-online.de nutzen. Hier sammeln die WSW das ganze Jahr über persönliche Schwebebahn-Geschichten zum 125. Geburtstag der Schwebebahn.

Diese Geschichten sollen im Mittelpunkt eines Bürgerfestes stehen, das die WSW für den Spätsommer 2026 planen. Hier sind dann alle Wuppertaler und Gäste eingeladen, ihre Schwebebahn zu feiern. Auch in der Stadt wird das Jubiläum sichtbar sein. Unter anderem werden Busse und WSW-Dienstfahrzeuge sowie Plakate und Fahnen das Jubiläumsmotto tragen. Und nicht zu vergessen: Der historische Kaiserwagen wird im Jubiläumsjahr wieder auf Fahrt gehen. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren, um das alte Schätzchen zum Jubiläum fein herauszuputzen und in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Die WSW streben an, den Kaiserwagen ab Mai wieder auf die Strecke zu bringen. Mit diesem Fahrzeug fuhr Kaiser Wilhelm II. schon vor der offiziellen Eröffnung am 24. August 1900 von Döppersberg, heute Wuppertal Hbf, bis Vohwinkel. In den ersten Jahren war an der Station Kluse Ende – erst 1903 erfolgte die Verlängerung nach Rittershausen, heute Oberbarmen. Eine weitere Verlängerung Richtung Nordosten nach Wuppertal-Nächstebreck war in der Wirtschaftswunderzeit zwar geplant, wurde jedoch später nicht umgesetzt.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de