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GDL und DB AG starten in Tarifrunde

15.01.26

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer haben sich in der letzten Woche für ihre erste Tarifverhandlung getroffen. Der erste Termin im Berliner Hauptbahnhof war konstruktiv und sachlich, DB-Personalvorstand Martin Seiler sprach im Nachgang von einem „guten Start in gegenseitigem Respekt“. Wie zum Auftakt von Tarifverhandlungen üblich, wurden die Forderungen der Gewerkschaft besprochen sowie der weitere Fahrplan abgesteckt. In den nächsten zwei Monaten haben DB und GDL insgesamt 14 Verhandlungstage vereinbart.

Bis 28. Februar gilt Friedenspflicht, Streiks sind ausgeschlossen. Auch im Anschluss sind Streiks nicht einfach so möglich, sondern bestenfalls Warnstreiks. Für einen Streik müssen die Tarifverhandlungen scheitern und im Anschluss bedarf es einer Urabstimmung. „Warnstreiks“, die einen ganzen oder gar mehrere Tage dauern, sind bei der GDL – anders als bei im öffentlichen Verkehr tätigen DGB-Gewerkschaften – nicht üblich. Martin Seiler betonte, dass die DB AG einen „fairen und tragfähigen Abschluss am Tisch“ erreichen will.

Gerade die Leistung der operativen Mitarbeitern müsse angesichts schwieriger Bedingungen gewürdigt werden. Zu den vierzig Forderungspunkten gehören unter anderem die Erhöhung der Entgelte in einem Volumen von acht Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, inklusive 3,8 Prozent allgemeine Entgelterhöhung und strukturelle Verbesserungen der Entgelttabellen. Der Auftakttermin diente der Abstimmung des Fahrplans für die weiteren Verhandlungen. Die Gespräche verliefen sachlich und in einer professionellen Atmosphäre.

Zu inhaltlichen Fragen oder konkreten Ergebnissen lassen sich nach dem ersten Termin noch keine Aussagen treffen. Den bereits im Juli 2025 übersendeten Forderungskatalog hat die GDL mit dem ersten Verhandlungstermin ergänzt. Wie auch mit zahlreichen Wettbewerbsbahnen bereits vereinbart, fordert die GDL auch für ihre Mitglieder in den Zügen, in den Werkstätten und der Infrastruktur der DB eine Einmalzahlung in Höhe von tausend Euro. Der Arbeitgeber hat diese – wie auch alle anderen Forderungen – zunächst lediglich zur Kenntnis genommen.

Anders sieht es z.B. bei National Express aus, wo die Mitarbeiter bereits während der laufenden Tarifverhandlungen und vor dem Abschluss des neuen Tarifvertrages eine Einmalzahlung von 700 Euro durch den Arbeitgeber erhalten.

In der vereinbarten Verhandlungsphase bis Ende Februar sind in Summe 14 Verhandlungstage angesetzt. Der nächste Verhandlungstermin findet am 22. Januar satt. Im Fokus stehen an diesem Tag die Forderungen zu Entgelterhöhungen und zu den strukturellen Verbesserungen. Die GDL erwartet, dass der Arbeitgeber konstruktiv und effizient verhandelt, damit im Rahmen der Verhandlungsphase ein Tarifergebnis erzielt werden kann. Das gemeinsame Ziel beider Parteien ist eine Attraktivierung der Eisenbahnerberufe und dafür zu sorgen, dass die Fluktuationsrate sinkt.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de