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Barrierefreiheit in Bayern

20.01.26

Der Freistaat Bayern zieht zum Jahreswechsel erneut eine positive Bilanz beim barrierefreien Ausbau der Bahnstationen: Im Jahr 2025 wurden 15 Bahnhöfe und Haltepunkte entsprechend umgestaltet. Nach dem Grundgesetz ist der Bund für die Schaffung barrierefreier Bahnstationen der Deutschen Bahn verantwortlich. Um den barrierefreien Ausbau der Stationen in Bayern zu forcieren, stellt der Freistaat aber freiwillig Mittel zur Verfügung. Im Jahr 2025 waren es rund 17 Millionen Euro.

Unklar bleibt jedoch, ob der Freistaat Bayern das Geld aus dem eigenen Haushalt zur Verfügung gestellt hat, oder ob es sich um Regionalisierungsgelder handelt, die ja ebenfalls für Infrastrukturinvestitionen genutzt werden können, die allerdings aus dem Bundeshaushalt stammen und an die Länder weitergereicht werden. In jedem Fall zeigt man sich im Süden der Republik zufrieden. „Damit ist das Bahnnetz in Bayern wieder ein gutes Stück barrierefreier geworden“, betont Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU).

Zu den 2025 neu barrierefrei gestalteten Stationen zählen Dillingen (Donau), Freihalden, Freilassing, Haidenaab-Göppmannsbühl, Hösbach, Iphofen, Marktoberdorf, Pfronten-Steinach, Ramerberg, Raubling, Schalchen, Stein (Traun) und Strullendorf. Dazu kommen der neu geschaffene barrierefreie Haltepunkt in Marktoberdorf Nord sowie die barrierefreie Station Teisnach Rohde und Schwarz, die in den Regelbetrieb übergegangen ist.

„Auch 2026 bleibt der barrierefreie Ausbau der Bahnstationen ein zentrales Ziel der Staatsregierung, um eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen zu ermöglichen“, versichert Minister Bernreiter. So sollen nach Angaben der Bahnhofsbetreiber in diesem Jahr rund zwanzig weitere Stationen barrierefrei erschlossen werden. Die Bahnhöfe selbst werden üblicherweise von DB InfraGo betrieben – als Bundesunternehmen wäre somit der Bund verantwortlich.

Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Anzahl der Bahnstationen in Bayern: Mit der Inbetriebnahme des neuen Halts Marktoberdorf Nord sowie den sieben Stationen entlang der Reaktivierungsstrecke Gotteszell – Viechtach, die in den Regelbetrieb übergegangen ist, gibt es nun 1.079 Bahnstationen in Bayern. Aktuell sind 561 der 1.079 Bahnhöfe und Haltepunkte komplett barrierefrei ausgebaut. Da die meisten Stationen mit hohen Ein- und Aussteigerzahlen bereits barrierefrei ausgebaut sind, profitieren schon heute rund 82 Prozent der Fahrgäste davon.

Barrierefreiheit ist für viele Fahrgäste essenziell – nicht nur für mobilitätseingeschränkte Personen, sondern auch für Familien mit Kinderwagen sowie Reisende mit schwerem Gepäck oder Fahrrädern. Bernreiter hebt hervor: „Nur mit Barrierefreiheit schaffen wir eine breite Akzeptanz und Nachfrage in der Bevölkerung.“ Das betrifft etwa die beiden großen bayrischen S-Bahnnetze in München und Nürnberg sowie stark nachgefragte SPNV-Regelhalte. Die meisten noch nicht barrierefreien Zugangspunkte sind im ländlichen Raum mit weniger Nachfrage.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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58453 Witten
Quelle: Zughalt.de