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Bayern: Dreißig Jahre BEG

04.02.26

Seit dem 1. Januar 1996, also seit dreißig Jahren, ist die Bayrische Eisenbahngesellschaft (BEG) für die Organisation, Planung, Bestellung und Kontrolle des Regionalverkehrs auf der Schiene im Freistaat Bayern verantwortlich – das gilt es zu feiern, denn die Regionalisierung ist ein entscheidender Baustein der 1994 gestarteten Eisenbahnreform in Deutschland.

„Die Regionalisierung hat es uns ermöglicht, den SPNV konsequent an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort auszurichten, das Angebot massiv auszubauen und deutlich mehr Fahrgäste für die Bahn zu gewinnen. In Bayern ist das alles in allem prima gelungen“, erklärt Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU): „Gleichzeitig stehen wir heute vor großen Herausforderungen insbesondere bei Infrastruktur und Finanzierung, die nur gemeinsam mit dem Bund gelöst werden können. Denn damit steht und fällt auch die Qualität.“

Mit der Regionalisierung als Teil der Bahnreform war zum 1. Januar 1996 die Zuständigkeit für den SPNV vom Bund auf die Länder übergegangen. Zur Wahrnehmung dieser Aufgabe hatte der Freistaat kurz vorher die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) gegründet. Sie organisiert und kontrolliert seither den SPNV in Bayern. „Dass wir hier eine Einrichtung auf den Weg gebracht haben, die das für den ganzen Freistaat managt, hat sich über all die Jahre als richtiger Ansatz erwiesen“, betont der Minister, der seit vier Jahren auch BEG-Aufsichtsratsvorsitzender ist.

Heute ist die BEG der bundesweit größte Aufgabenträger im SPNV und investiert jährlich rund 1,6 Milliarden Euro in Zugleistungen zwischen Aschaffenburg und Berchtesgaden. Aktuell sind in Bayern 14 Eisenbahnverkehrsunternehmen im SPNV tätig – mehr als in jedem anderen Bundesland. Der Freistaat setzte dabei seit Beginn konsequent auf Wettbewerb und war hierbei Pionier: Gleich 1996 hatte man mit dem Oberlandnetz im Süden von München bundesweit das erste Wettbewerbsprojekt ausgeschrieben.

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat Bayern damit das Angebot im Regional- und S-Bahn-Verkehr erheblich ausgeweitet: Die jährlichen Zugkilometer stiegen von circa 82 Millionen im Jahr 1995 auf rund 137 Millionen im Jahr 2025 – ein beachtliches Plus von rund 66 Prozent. Parallel dazu wuchs auch die Nachfrage deutlich: 2024 erreichte der SPNV in Bayern mit rund zwölf Milliarden Personenkilometern ein Allzeithoch.

Darüber hinaus hat der Freistaat für weitere Benchmarks im deutschen SPNV gesorgt. Bespielhaft erwähnt seien die Entwicklung und Umsetzung des Bayerntakts nach Schweizer Vorbild oder die Einführung des Bayerntickets 1997 als erstes bundeslandbezogenes Nahverkehrsticket in Deutschland. Der Freistaat ist in diesem Zeitraum zudem auch in die Bresche gesprungen, als sich die DB Fernverkehr AG von bestimmten SPFV-Verbindungen zurückzog. Im nun vierten Jahrzehnt der Regionalisierung sieht man die Sicherstellung einer auskömmlichen Finanzierung und die Qualitätsentwicklung im Fokus.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de