12.02.26
Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) testet im Februar erste Komponenten des Digitalisierungsprojektes „Digital Train Control System Frankfurt“ (DTC). Die Digitalisierung von Verkehrssystemen ist ein Gewinn für die gesamte Stadt und zeigt, wie die Zukunft des Nahverkehrs aussehen wird: zuverlässiger, leistungsstärker, sicherer, moderner und spürbar entspannter für alle, die täglich unterwegs sind. Die Technologie soll Schritt für Schritt für alle neun Linien des Frankfurter Schienennetzes umgesetzt werden, beginnend mit den Linien U4 und U5.
Noch im September 2025 fuhr ein U-Bahn-Prototyp des Projekts über den Testring der Stadtbahnzentralwerkstatt der VGF. Jetzt starten Testfahrten ohne Fahrgäste im Tunnel auf der Strecke der Linien U4 und U5 zwischen Bockenheimer Warte und Seckbacher Landstraße. Um die Testfahrten durchführen zu können, wird es im Laufe des Jahres zu Einschränkungen auf der Strecke der Linien U4 und U5 kommen. Um die Auswirkungen für die Fahrgäste möglichst gering zu halten, finden die Testfahrten vorrangig nachts und an einigen Wochenenden statt.
Die ersten Betriebsunterbrechungen fanden in dieser Woche bereits statt, weitere folgen am Mittwoch, den 18. Februar, und Donnerstag, den 19. Februar, von jeweils ca. 22 Uhr bis ca. 3:30 Uhr am Folgetag statt. In dieser Zeit fährt die Linie U4 nur zwischen Enkheim/Seckbacher Landstraße und Konstablerwache. Die Linie U5 verkehrt zwischen Preungesheim und Konstablerwache. Die Linie U6 fährt durchgehend bis Betriebsende mit Drei-Wagen-Zügen.
Die Linie 16 fährt mit zusätzlichen Fahrten zwischen Offenbach-Stadtgrenze und Ginnheim Mitte, sodass im Spätverkehr ein Viertelstundentakt entsteht. Die neue Technik ist komplex und muss vor der Zulassung und Nutzung im Regelbetrieb auf „Herz und Nieren“ getestet werden. Während der Testfahrten werden alle betrieblichen Szenarien wie Anfahren verschiedener Haltepunkte und das Fahren im wandernden Raumabstand erprobt. Außerdem finden Stress- und Belastungstests statt.
„Die anstehenden Sperrungen sind für viele Fahrgäste eine echte Herausforderung – das wissen wir. Gleichzeitig sind sie notwendig, damit wir die Testfahrten sicher und erfolgreich durchführen können. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Einschränkungen so kurz und so gut organisiert wie möglich zu halten“ erklärt VGF-Geschäftsführer Steffen Geers. „Über kommende Betriebseinschränkungen im Laufe des Jahres wird die VGF jedes Mal zeitnah informieren“ fügt er hinzu.
Die VGF stellt ab dem Jahr 2027 schrittweise ihr aktuelles Zugsicherungssystem auf ein digitales System um. Dabei kommunizieren die Züge per funkbasierter Datenübertragung mit der Streckeninfrastruktur. Die Technologie nennt sich „Communication-Based Train Control“-Technologie („CBTC“), die das Fahren im „wandernden Raumabstand“ ermöglicht. Das bedeutet, dass die Züge nicht mehr in Blockabschnitten, sondern automatisiert im absoluten Bremswegabstand zueinander fahren.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de