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Vollautomatisierte S-Bahn in Kopenhagen

12.02.26

Die Dänischen Staatsbahnen (DSB) haben einen Rahmenvertrag mit dem Konsortium aus Siemens Mobility und Stadler über die Lieferung von 226 vollautomatisierten vierteiligen Triebzügen in ikonischem Design unterzeichnet, mit einer Option auf bis zu hundert weitere Züge. Die Flotte wird das weltweit größte offene Bahnsystem mit automatisiertem Zugbetrieb (ATO) schaffen. Das Gesamtvertragsvolumen für das Konsortium liegt bei rund drei Milliarden Euro.

Siemens Mobility übernimmt als Konsortialführer die elektrische Ausrüstung, einschließlich Antriebs- und Bremstechnik, Bordstromversorgung, Fahrzeug- und Zugsteuerung, Fahrgastinformationssystem sowie Drehgestelle. Stadler liefert die Wagenkästen, die Kupplungen, die gesamte Innenausstattung und Sitze, Klimaanlagen sowie Türen und übernimmt zudem die Endmontage der Züge.

Siemens Mobility ist zudem im Rahmen eines Technical Support & Spares Supply Agreement (TSSSA+) einschliesslich Railigent X mit einem maßgeschneiderten Service- und Wartungskonzept beauftragt, das Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit für mindestens dreißig Jahre sicherstellt, sowie die Bereitstellung aller IT-Anforderungen umfasst. Die ersten Fahrzeuge sollen ab 2032 in Betrieb gehen. Anschließend werden alle weiteren Fahrzeuge kontinuierlich bis 2040 an DSB ausgeliefert.

„Dies ist die größte Investition in der neunzigjährigen Geschichte der S-Bahn. Mit dieser Investition macht DSB einen weiteren wichtigen Schritt, um den öffentlichen Nahverkehr der Hauptstadt zukunftssicher zu gestalten. Eine höhere Frequenz und mehr Kapazität stellen sicher, dass die S-Bahn mit der wachsenden Nachfrage Schritt hält und ihre Rolle als Rückgrat des Kopenhagener Verkehrsnetzes bewahrt“, sagt CEO DSB Flemming Jensen.

„Gemeinsam mit Stadler sind wir stolz darauf, den Auftrag zum Bau und zur Instandhaltung von 226 neuen S-Bahnen für Kopenhagen erhalten zu haben. Dieser Auftrag schafft das weltweit größte offene Bahnsystem mit automatisiertem Zugbetrieb (ATO). Wir liefern nicht nur Züge, sondern intelligente Mobilitätslösungen, darunter Railigent X und unser innovatives Air-Free Brake System, um den öffentlichen Verkehr in Kopenhagen effizient und nachhaltig zu gestalten“, sagt Michael Peter, CEO Siemens Mobility. „Unsere Partnerschaft mit Kopenhagen besteht seit vielen Jahren. Wir modernisieren bereits das S-Bahn-Netz mit neuster Signaltechnik für den vollautomatischen Betrieb bis 2033 im Auftrag von Banedanmark und DSB – und bauen dabei auf bisherige Arbeiten zur Erhöhung der Kapazität und Zuverlässigkeit auf.“

„Mit diesen neuen Zügen führen wir die ikonische Designtradition der Kopenhagener S-Bahn fort. Die Fahrzeuge sind ein gutes Beispiel dafür, wie Design, Komfort und zukunftsweisende Technologie Hand in Hand gehen. Für den vollautomatischen Betrieb ausgelegt, können sich die Fahrgäste auf Züge freuen, die ihr Reiseerlebnis deutlich verbessern werden. Der Auftrag hat große strategische Bedeutung und wird uns dabei unterstützen, unsere Präsenz in Nordeuropa weiter auszubauen. Wir danken DSB für den Auftrag und freuen uns darauf, die Züge in unserem bewährten Konsortium mit Siemens zu bauen“, sagt Ansgar Brockmeyer, Leiter der Division Marketing & Sales und stellvertretender Group CEO von Stadler.

Mit dem Übergang zum vollautomatischen Zugbetrieb verfolgt DSB das Ziel, die Taktfrequenz der Kopenhagener S-Bahn deutlich zu erhöhen. In den Hauptverkehrszeiten werden die Züge auf jeder Linie in einem Maximalintervall von siebeneinhalb Minuten verkehren – und im zentralen Kopenhagener Netz sogar in Intervallen von nur anderthalb Minuten. Auf mehreren Strecken bedeutet dies bis zu 35 Prozent mehr Abfahrten im Vergleich zu heute und damit Kapazität für rund zehn Millionen zusätzliche Fahrten pro Jahr. Im Jahr 2025 reisten rund 111 Millionen Fahrgäste mit der S-Bahn, und DSB geht davon aus, dass diese Zahl in den kommenden Jahren weiter steigen wird.

DSB bereitet das Netz daher gezielt auf die Zukunft vor. Ein dreißigjähriger mit DSB, einschliesslich Optionen für zwei zusätzliche Verlängerungen um jeweils fünf Jahre, wurde ebenfalls unterzeichnet. Dieses Technical Support & Spares Supply Agreement (TSSSA+) bietet eine All-Inclusive-Lösung – von der Ersatzteilversorgung über die Unterstützung des DSB-Wartungspersonals bis hin zu Cybersecurity-Services. Das Konsortium wird dabei die Verantwortung für die Instandhaltung tragen, jedoch durch DSB-Mitarbeiter durchgeführt.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de