18.02.26
Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat das europaweit offene Vergabeverfahren Expressverkehr Ostbayern gestartet. Dabei geht es um den Betrieb der Regionalexpresslinie RE 2 München – Hof von Ende 2028 bis Ende 2043 mit einem Umfang von 2,2 Millionen Zugkilometern pro Jahr. Es handelt sich dabei um eine der längsten Nahverkehrslinien im Freistaat. Aktuell wird die Strecke von DB Regio betrieben. Es ist der zweite Anlauf für diese Ausschreibung, nachdem beim ersten Verfahren vor rund anderthalb Jahren kein wirtschaftlich akzeptables Angebot eingegangen war.
Im neuen Vertrag wird es zwei Betriebsstufen geben. In der zweiten Stufe ab Ende 2030 sollen erstmalig im Freistaat Hybridfahrzeuge für die Direktverbindung zwischen der Landeshauptstadt und Hochfranken zum Einsatz kommen. Der bisherige Lokwechsel in Regensburg wird dann entfallen. Spätestens zwei Jahre nach der Betriebsaufnahme fordert die BEG Fahrzeuge, die ohne Lokwechsel auskommen und so auf dem gesamten Laufweg zwischen München und Hof eingesetzt werden können.
Hybridfahrzeuge machen das möglich, sei es die Verbindung aus Diesel- und Elektroantrieb oder rein elektrische Fahrzeuge, die Strom über die Oberleitung beziehen und für die Abschnitte ohne Oberleitung in Akkus speichern. Dabei ist der noch nicht elektrifizierte Abschnitt Regensburg – Hof aufgrund der Länge von 180 Kilometern für solche Akkuhybridfahrzeuge sehr herausfordernd.
Das künftige Verkehrsangebot entspricht grundsätzlich dem heutigen Niveau. Mit Zügen im Zweistundentakt bleibt auch das Fahrplankonzept weitgehend gleich. Ab Dezember 2030 ändert sich allerdings das Betriebskonzept: In der zweiten Betriebsstufe will die BEG auf Lokwechsel verzichten.
Diese sind bislang nötig, da die Züge des RE 2 im nördlichen, noch nicht elektrifizierten Abschnitt Regensburg – Hof mit Dieselloks fahren, im südlichen Streckenabschnitt München – Regensburg hingegen mit E-Loks. Die durchgängige Elektrifizierung ist zwar das zentrale Ziel des Bedarfsplanprojekts des Bundes Hof – Regenburg – Obertraubling. Da es sich aber noch in einer frühen Planungsphase befindet, wird die Realisierung noch mehrere Jahrzehnte dauern.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de