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Planungsfortschritt Franken-Sachsen

19.02.26

Bei der Elektrifizierung der international bedeutsamen Strecke zeichnet sich die Fortführung der seit vier Jahren unterbrochenen Planungen ab. Nach einer Kabinettssitzung in München betonte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), dass die Planungen mit Hochdruck vorangetrieben werden: „Bei der Franken-Sachsen-Magistrale sind wir auf einem guten Weg. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die nächsten Schritte bald gehen können.“

Ziel sei es, rasch Baureife zu erreichen und die Finanzierung sicherzustellen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat im November 2025 die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, um die Weiterplanung der Franken-Sachsen-Magistrale wieder aufzunehmen. Damit kann das Bundesverkehrsministerium DB InfraGO kurzfristig mit der Planung beauftragen. Ziel ist es, die Elektrifizierung mit der Erneuerung der Pegnitztal-Brücken zu bündeln und ab 2030 gemeinsam umzusetzen.

Dieses Vorgehen wird von Bund, Freistaat Bayern und DB InfraGO gemeinsam getragen und wurde zur Sitzung des Bayerisch-Sächsischen-Städtenetzes im Januar dieses Jahres in Plauen von allen Oberbürgermeistern und Oberbürgermeisterinnen gefordert.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) ergänzte, er erwarte, „dass gegen Ostern die Planungsverträge unterzeichnet sind“. Damit könne der nächste entscheidende Schritt zur Elektrifizierung der Strecke eingeleitet werden. Bereits bei den anstehenden Planungen der maroden Pegnitzbrücken müsse die Elektrifizierung von Beginn an mitgedacht werden: „Das habe ich vom ersten Tag an klar gesagt.“

Zusätzlichen Druck erhält das Projekt durch seine internationale Dimension. Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) stellte einen Tag vor der Kabinettssitzung die Frage, ob „Deutschland wirklich daran interessiert ist weiterzubauen.“ Zum gemeinsamen Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg – Eger – Pilsen – Prag hatten sich beide Länder in einem Abkommen 1995 verpflichtet.

Während Tschechien seinen Teil bereits 2012 umgesetzt hat, wartet der deutsche Abschnitt bis heute auf die Umsetzung. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) unterstrich die Bedeutung der bislang „unterentwickelten“ Ost-West-Verbindungen. Die Franken-Sachsen-Magistrale sei „ganz zentral für die Entwicklung“ Bayerns. Tschechien sei inzwischen der viertwichtigste Handelspartner des Freistaats, täglich pendelten rund 25.000 Menschen über die Grenze. Gerade im Grenzraum sei die Verkehrsinfrastruktur das wichtigste Zukunftsthema.

Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Wirtschaftsminister in Bayern: „Bund und Freistaat haben sich klar zur Franken-Sachsen-Magistrale bekannt. Jetzt ist entscheidend, dass diesem Bekenntnis auch umgehend Taten folgen. Denn im Pegnitztal erleben wir eine Kette von Sperrungen, die unsere Region über Jahre hinweg ausbremst. Wenn die Bürgerinnen und Bürger diese Belastungen akzeptieren sollen, dann nur bei einer klugen Bündelung der Maßnahmen.“

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de