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Düsseldorf: Zehn Jahre Wehrhahn-Linie

23.02.26

Die Wehrhahn-Linie der Düsseldorfer Rheinbahn AG in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt feiert ein kleines Jubiläum – und zum zehnten Geburtstag präsentiert die Rheinbahn harte Zahlen und Fakten: Geschätzt eine Viertelmilliarde Fahrgastfahrten waren seit dem Start am 20. Februar 2016 im Tunnel bis heute unterwegs. Rund 900 Millionen Euro kostete das Mega-Projekt insgesamt, getragen von der Landeshauptstadt Düsseldorf, dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Bund.

Etwa 100.000 Schaulustige strömten am Eröffnungstag durch die sechs neuen Bahnhöfe (Pempelforter Straße, Schadowstraße, Heinrich-Heine-Allee, Benrather Straße, Graf-Adolf-Platz, Kirchplatz) und bestaunten das Ergebnis nach rund acht Jahren Bauzeit. Die Planungen begannen natürlich noch viel früher: Angemeldet für den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen wurde die Wehrhahn-Linie bereits 1997, also vor fast dreißig Jahren.

Die erste Bahn nach Plan fuhr dann am 21. Februar 2016, frühmorgens um 4:36 Uhr. 200 Mitarbeiter der Rheinbahn AG waren an diesem ersten regulären Betriebstag unterwegs im Stadtgebiet, um die Düsseldorfer oder auch deren Gäste auf den richtigen Weg zu bringen. Vier Stadtbahn-Linien sind auf der Wehrhahn-Linie im Einsatz: U71, U72, U73 und U83. Drei Straßenbahn-Linien an der Oberfläche sind dafür weggefallen: 703, 712 und 713. An Werktagen (Montag bis Donnerstag) zählt die Rheinbahn durchschnittlich ca. 80.000 bis 100.000 Ein- und Aussteiger pro Tag.

3,4 Kilometer misst der Tunnel-Abschnitt der Wehrhahn-Linie. 22.000 Tonnen Stahl verbauten die beteiligten Firmen, dazu 240.000 Kubikmeter Beton. Der Durchmesser der Tunnelröhren beträgt 8,30 Meter, die Bahnsteiglänge liegt bei 90 Metern. Die Tunnelstrecke stellt dabei ein durchgängiges, untrennbares Raumkontinuum dar – das allein schon 6.700 Betonplatten zieren. 14 Aufzugsanlagen und 59 Rolltreppen verbinden die verschiedenen Ebenen untereinander und mit der Düsseldorfer Oberwelt.

Laut aktuellem Fahrplan fahren die Bahnen pro Woche 4.316 Mal durch den Wehrhahn-Tunnel, das wären dann 224.432 Fahrten pro Jahr. Inklusive Fahrschul- und Sonderfahrten sind das in Summe rund 2.250.000 Fahrten in 10 Jahren Wehrhahn-Linie. Die Wehrhahn-Linie wurde gekürzt, eine Umsetzung ehemaliger Überlegungen zur Verlängerung der Tunnelstrecke ist jedoch auch nachträglich möglich.

Zu den möglichen Streckenerweiterungen zählt die so genannte „Südverlängerung“ über den Bahnhof Düsseldorf-Bilk bis zum Suitbertusplatz. Eine weitere Ausbauvariante ist die so genannte „Ostverlängerung“ vom Wehrhahn zur Schlüterstraße. Hier würden zwei neue Stationen entstehen: Man würde den Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn und die Lindemannstraße anfahren. Da es Planungen gibt, die Gleise auf der Grafenberger Allee auf einem eigenen Bahnkörper zu errichten, wird die Notwendigkeit einer unterirdischen Umsetzung als Tunnelstrecke bezweifelt.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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58453 Witten
Quelle: Zughalt.de