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Diskussion um D-Ticket mit Lichtbild

24.02.26

Im Zusammenhang mit dem Sicherheitsgipfel bei der DB AG wurde diskutiert, auf Ausweiskontrollen zu verzichten. Das hätte zur Folge, dass das persönlich auf eine Person ausgestellte Deutschlandticket faktisch übertragbar würde, weil es ohne Lichtbildausweis gültig wäre. Um dem abzuhelfen gibt es aktuell Diskussionen, das personalisierte Deutschlandticket mit einem Lichtbild der fahrberechtigten Person zu versehen. Begrüßt wird das ausdrücklich vom Branchenverband VDV.

Verbandspräsident Ingo Wortmann: „Wir begrüßen, dass politisch Verantwortliche sich nun verstärkt damit beschäftigten, wie man die Sicherheit für Fahrgäste und Beschäftigte in Bussen und Bahnen nachhaltig verbessern kann. Diese Diskussion, mit der sich der VDV angesichts der steigenden Fälle von Übergriffen seit mehr als zwei Jahren intensiv beschäftigt, ist von zentraler Bedeutung. Wir müssen uns dabei auf die Maßnahmen konzentrieren, die schnell und wirksam umsetzbar sind.“

Ein Schwerpunkt von Bund, Ländern und Branche müsse die digitale Prüfung und Kontrolle der Deutschland-Tickets sein. Über sechzig Prozent aller Deutschlandtickets werden schon heute als Barcode auf Smartphones ausgegeben. Dort ist die Integration eines Fotos weder möglich noch nötig, wenn der Barcode kopiergeschützt ist.

Wortmann: „Alle Prüfgeräte für Ticketkontrollen im deutschen ÖPNV sind seit dem 1. Januar 2026 in der Lage, einen Kopierschutz namens „Motics“, den die Branche selbst entwickelt hat, zu prüfen. Das VDV-Präsidium wird dazu und zu weiteren Maßnahmen diese Woche in einer Sondersitzung beraten.“

Bedingte Zustimmung kommt vom Fahrgastverband Pro Bahn. Man befürwortet grundsätzlich ein einheitliches Deutschlandticket mit Lichtbild und hält das VDV-Konzept „Motics“ für veraltet. Es würde das Problem nicht lösen, sondern es brauche zukunftsorientierte Ansätze. Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender bei Pro Bahn: „Wir kritisieren den doppelten Aufwand bei der Fahrkartenkontrolle – Ticket plus Personalausweis – bereits seit Langem. Das gilt nicht nur für das Deutschlandticket, sondern ebenso für die BahnCard. Die zusätzliche Ausweiskontrolle kostet das Zugpersonal bei jedem einzelnen Fahrgast unnötig Zeit und Nerven.“

Pro Bahn widerspricht der VDV-Annahme, dass eine Fotointegration bei Smartphone-Tickets nicht möglich seien Iffländer: „Das ist eine Erklärung für das bestehende System, deren Wurzeln zwanzig Jahre alt sind. Man muss gar nicht in das europäische Ausland blicken – bereits heute gibt es Deutschlandtickets, die mit Lichtbild ausgegeben werden. Aber auch die europäischen Nachbarn machen es im öffentlichen Verkehr vor. Der Schweizer SwissPass enthält ein Lichtbild des Inhabers und funktioniert als einheitliches, verkehrsträgerübergreifendes Ticket- und Ausweisdokument für den gesamten öffentlichen Verkehr der Schweiz. In Tschechien leistet die InKarta dasselbe.“ Beides zeigt, dass die Umsetzung sehr wohl möglich ist.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de