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Planungen zur Siegstrecke vorgestellt

26.02.26

Im Dezember beginnt die fast siebenmonatige Sperrung der Siegstrecke zwischen Köln und Siegen. DB InfraGo führt in dieser Zeit zahlreiche Instandhaltungsmaßnahmen und Ersatzinvestitionen durch. Geplant sind die Erneuerung von 24 Kilometern Gleise, die Modernisierung von zwanzig Weichen, die Erneuerung von drei Eisenbahnbrücken und zwei kleineren Straßenbrücken, Bahnsteigverlängerungen an drei Bahnhöfen, die Erneuerung des Bahnhofs Eiserfeld und Fertigstellung der Stationsmaßnahmen im Bahnhof Brachbach, die Erneuerung von Bahnübergängen, Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik, Felshangsicherungen und die Prüfung von Tunneln und Brücken.

„Uns erreichen immer wieder Fragen zur langen Sperrzeit im Jahr 2027, aber auch grundsätzlich zur Zukunft der Siegstrecke“, sagt Achim Hallerbach (CDU), Landrat im Kreis Neuwied und Verbandsvorsteher des Zweckverbandes SPNV Nord. „Viele Anwohner der Siegstrecke sind verunsichert und besorgt. Als SPNV-Nord ist es uns sehr wichtig, in die Kommunikation zu gehen, sobald uns neue Informationen vorliegen.“

Laut Aussagen der DB InfraGo sei der zweigleisige Ausbau der Streckenabschnitte zwischen Blankenberg und Merten sowie zwischen Schladern und Rosbach zwar Teil des Bundesverkehrswegeplanes, es liege aber kein Planungsauftrag durch den Bund an die DB AG vor. Selbst bei einer kurzfristigen Planungsaufnahme müssten noch diverse Planungsphasen bis zu einem Baubeginn durchlaufen werden. Nach einer Vorplanung erfolge ein Planfeststellungsverfahren, um das Baurecht zu erlangen. Eine Realisierung im Rahmen der Sanierung 2027 sei somit laut DB ausgeschlossen. Die ursprünglichen Planungen hatten eine Sperrung zwischen Siegen und Troisdorf vorgesehen. Der Sperrabschnitt konnte nach Verhandlungen mit der DB InfraGo im Sinne der Fahrgäste eingekürzt werden.

Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland: „Die Sanierung des maroden Schienennetzes ist leider dringend notwendig. Wir sind allerdings sehr froh darüber, dass wir es im Sinne unserer Fahrgäste gemeinsam mit den Verantwortlichen von DB InfraGO geschafft haben, den Sperrabschnitt einzukürzen. Dies ist eine sehr gute Nachricht für viele unserer Fahrgäste aus dem Rhein-Sieg-Kreis.“

Die Strecke Hennef (Sieg) – Siegen ist vom 11. Dezember 2026 bis zum 9. Juli 2027 voll gesperrt. An einigen Tagen kommt es zudem zu Sperrerweiterungen zwischen Hennef und Siegburg/Bonn bzw. Troisdorf. Die S-Bahnen S 12 und S 19 entfallen zwischen Hennef (Sieg) und Au (Sieg). Der RE 9 verkehrt lediglich zwischen Aachen und Köln und fällt zwischen Köln und Siegen komplett aus. Der Bahnhof Betzdorf ist für die RB 96 und RB 97 anfahrbar sowie Au (Sieg) aus Richtung Altenkirchen für die RB 90. Für die entfallenden Linien zwischen Hennef (Sieg) und Siegen wird ein Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet.

DB InfraGO und die mitbeteiligten Aufgabenträger SPNV-Nord, go.Rheinland und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) erarbeiten derzeit in enger Abstimmung ein umfassendes Ersatzkonzept. Alle ausfallenden Fahrten werden ersetzt. „Zudem planen wir Expressbusse zu den Hauptverkehrszeiten der Pendler, beispielsweise einen Expressbus aus dem Raum Altenkirchen in Richtung Hennef“, erklärt Thorsten Müller vom Zweckverband SPNV Nord. „Diesen hatten wir bereits bei der dreiwöchigen Vollsperrung im vergangenen Sommer angeboten und haben damit gute Erfahrungen gemacht.“

„Für uns ist im Zusammenhang mit diesen Baumaßnahmen elementar, dass die Information der Fahrgäste und ein leistungsfähiger Schienenersatzverkehr bestmöglich ausgestaltet sind. Im Jahrzehnt der Baustellen unternehmen wir mit unseren Partnern alles, um die heftigen Auswirkungen für die Fahrgäste so verträglich wie nur irgend möglich zu halten“, betont go.Rheinland-Geschäftsführer Norbert Reinkober. Im Oktober 2025 haben die beteiligten Aufgabenträger für den sPNV den Betrieb des Rhein-Sieg-Expresses (RE 9) an die DB Regio AG vergeben. Der neue Verkehrsvertrag ist ein Interimsvertrag und läuft seit Dezember 2025 für acht Jahre.

Er beinhaltet die gewohnte Haltepolitik in Rheinland-Pfalz inklusive der bisherigen Halte in Brachbach, Kirchen, Betzdorf, Wissen sowie in Nordrhein-Westfalen in Au (Sieg) und alle bisherigen Takt-Fahrten des RE 9. Konzepte, den Zug in Eitorf zu flügeln und einen schnellen und langsamen Teil nach Siegen fahren zu lassen, sind wieder verworfen worden und werde nicht weiter verfolgt.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de