05.03.26
Die Bauarbeiten für die Halle 1 des neuen ICE-Instandhaltungswerks der Deutschen Bahn in Cottbus laufen auf Hochtouren. Ende 2026 steht die bauliche Fertigstellung der über 500 Meter langen Halle an. Der erste Revisionszug soll planmäßig nach Ablauf des Testbetriebs im Februar 2027 in die Halle 1 einfahren. „Es beginnen die letzten zwölf Monate der Bauzeit“, sagte Gesamtprojektleiter, Carsten Burmeister, bei einem Rundgang auf dem Gelände.
„Wir werden die Halle planmäßig fertigstellen. Alle Projektbeteiligten aus dem Team DB und der Allianz sowie unsere Nachunternehmer auf der Baustelle erbringen tagtäglich echte Höchstleistung.“ Die im Bau befindliche zweite Werkshalle (Halle 1) des neuen Bahnwerks misst über 500 Meter in der Länge und bis zu 200 Meter in der Breite. Sie umfasst drei Instandhaltungsgleise und ein Inbetriebsetzungsgleis, außerdem ein Lackiergleis, Komponentenwerkstätten, Einzelarbeitsstände sowie ein Materiallager.
Die Halle 1 verdreifacht die Revisionskapazitäten für den ICE 4 und weitere ICE-Baureihen in Cottbus. Sie bietet alle notwendigen Einrichtungen für die umfangreichere der beiden schweren Instandhaltungsstufen für den ICE 4, die sogenannte IS 700. Dabei werden Wartungs- und Revisionsarbeiten unter anderem an den Türen, Kupplungen, Lauf- und Triebdrehgestellen, Stromabnehmern, Radsätzen und Bremsen durchgeführt.
Anders als bei der kleineren schweren Instandhaltungsstufe, der IS 600, werden für die IS 700 die Wagen auseinandergekuppelt, Drehgestelle werden ausgetauscht und aufgearbeitet, die Bugspitzen gewechselt und die Klimaanlagen ausgetauscht. Die IS 700 soll in der Halle 1 durch die moderne Werksinfrastruktur rund drei Wochen dauern – nur halb so lang wie an anderen Standorten. Die bauliche Fertigstellung der Halle 1 ist für Ende des Jahres 2026 vorgesehen.
Dann soll planmäßig der Testbetrieb starten und die ersten ICE-4-Züge zu Probezwecken in die Halle einfahren. Ab Februar 2027 werden im Werk Cottbus ICE 4 gewartet. Seit dem symbolischen Spatenstich im März 2024 ist die Werkshalle in einem Rekordtempo in die Höhe und Breite gewachsen. Insgesamt wurden mehr als 400 Stützen aufgestellt. Jede Stütze ist etwa 17 Meter hoch und rund 37 Tonnen schwer. Der Rohbau der Gleishalle, in der sich künftig die drei Instandhaltungsgleise befinden, wird im Mai 2026 vollständig fertiggestellt. Seit April 2025 werden die Gleisgruben und Bodenplatten betoniert.
Im Herbst 2025 starteten der Innenausbau sowie die Ausrüstung mit Maschinentechnik in der ersten Hallenhälfte. So sind beispielsweise bereits die ersten Dacharbeitsbühnen montiert. Auf vier Ebenen können die Mitarbeitenden dann künftig gleichzeitig am Zug arbeiten: oben am Dach an Klimaanlagen und Stromabnehmern, seitlich an den Klappen, hinter denen sich viel Technik befindet, im Zug selbst sowie in der durchgängigen Arbeitsgrube unter dem Zug. Bis Ende 2026 sollen alle Arbeiten in der Gleishalle abgeschlossen sein und die Instandhaltung beginnen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de