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Ablachtalbahn: Reaktivierung ist sinnvoll

13.03.26

Seit 2021 betreiben die Stadt Meßkirch und die Gemeinde Sauldorf im südlichen Baden-Württemberg die Ablachtalbahn von Stockach nach Mengen erfolgreich als kommunales Eisenbahninfrastrukturunternehmen für Güterverkehr und Freizeitverkehr. Fast genauso lange schon laufen Untersuchungen, um diese Ost-West-Verbindung für einen stündlichen und schnellen SPNV als Querspange zwischen Bodensee und Donau zu reaktivieren.

Die beiden Bahnbetreiber-Kommunen haben mit Zuschuss der Gemeinde Mühlingen im Landkreis Konstanz das Verkehrswissenschaftliches Institut Stuttgart (VWI) GmbH und das Ingenieurbüro biechele infra consult – Beratender Ingenieur, Freiburg, mit der vertieften Nutzen-Kosten-Untersuchung der Ablachtalbahn im täglichen Stundentakt beauftragt, welche streng nach Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums standardisiert ist.

Das Ergebnis zeigt eindeutig: Die Reaktivierung der Ablachtalbahn ist mit einem sogenannten Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,24 volkswirtschaftlich sinnvoll, d.h. der Nutzen für die Region übersteigt die Investitions- und Betriebskosten deutlich mit 24 Prozent Das Nutzen-Kostenverhältnis fällt somit, wie erwartet, etwas geringer aus als in der Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2023. Gründe hierfür sind u.a. gestiegene Kosten und Maßnahmen für höhere Geschwindigkeiten auf der reaktivierten Bahnstrecke.

Die Busverkehre im Umfeld der Ablachtalbahn sollen in Abstimmung mit den Landkreisen Sigmaringen und Konstanz überarbeitet werden, um eine optimale Bus-Bahn-Verknüpfung in der Fläche zu erreichen. Die Schülerbusverkehre bleiben wie gehabt in allen Ortsteilen entlang der Strecke bestehen.

„Die Züge sollen auf der Ablachtalbahn künftig nicht mehr wie heute im Bummelzugtempo fahren,“ erläutert Arne Zwick (CDU), Bürgermeister der Stadt Meßkirch: „Daher hat das Ingenieurbüro biechele infra consult für die Reaktivierung eine komplette Erneuerung und Sanierung der Strecke zwischen Stockach und Mengen unterstellt, um weitgehend mit 80 und stellenweise mit bis zu 100 km/h fahren zu können. Das hat dann nicht mehr mit dem heutigen Bummelbahn-Charakter der Strecke zu tun; künftig werden zum Beispiel alle Bahnübergänge mit Schranken und Lichtzeichen ausgestattet, so dass das Gepfeife der Züge dann Geschichte ist.“

Die Infrastrukturplanung hat das Niveau der Vorplanung (HOAI-Leistungsphase 2) erreicht. Basierend auf dem aktuellen Planungsstand wird für die Ertüchtigung der Strecke von Stockach nach Mengen ein Investitionsvolumen von rund 116,2 Millionen Euro erwartet. Das bezieht sich auf den Preisstand von 2025 inklusive zehn Prozent Planungskosten und Sicherheitsaufschlag von zwanzig Prozent. Dazu zählen zwei zweigleisige Begegnungsabschnitte, Erneuerung der Gleisanlagen mit Erhöhung der Streckengeschwindigkeiten, neue und barrierefreie Bahnsteige, neue Signale, neue Bahnübergangs-Schrankenanlagen sowie die Sanierung von Brücken entlang der Strecke.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de