17.03.26
Siemens Mobility hat erstmals einen automatisierten Zugbetrieb auf einer finnischen Fernverkehrsstrecke mit ETCS realisiert und damit einen technologischen Meilenstein in den nordischen Ländern gesetzt. Auf einer 19 Kilometer langen Strecke zwischen Juurikorpi und Hamina zeigte das Unternehmen die nahtlose Integration von Automatic Train Operation (ATO) mit dem europäischen Zugleitsystem ETCS Level 2.
Zum Einsatz kam ein technologisch nachgerüsteter Zug, mit dem Siemens Mobility modernste digitale Bahntechnologie demonstrierte – darunter präzise automatische Halte, gleichmäßige Beschleunigung und kontrolliertes Bremsen. Der Zug gehört Pääkaupunkiseudun Junakalusto Oy (JKOY) und wird von VR-Yhtymä Oyj (VR) betrieben. Die halbautomatischen Testfahrten (GoA2) bestätigten die hohe Stabilität, Zuverlässigkeit und Praxistauglichkeit des Systems unter realen Bedingungen auf einer Hauptstrecke und markieren einen wichtigen Schritt für die digitale Transformation der finnischen Eisenbahninfrastruktur.
Durch die optimale Nutzung der bestehenden Infrastruktur steigert das ETCS-basierte ATO-System Kapazität, Effizienz und Pünktlichkeit des Hauptstreckenverkehrs und bietet klare Vorteile für den Bahnbetrieb.
„Die Einführung von ‚ATO over ETCS‘ in Finnland – und damit erstmals in den nordischen Ländern – ist ein bedeutender Meilenstein bei der Modernisierung des Eisenbahnsystems“, sagt Marc Ludwig, CEO Rail Infrastructure bei Siemens Mobility. „Diese Demonstration ist ein wichtiger Schritt hin zu einem effizienteren und nachhaltigeren Schienenverkehr in Finnland. Wir sind stolz darauf, diese Transformation gemeinsam mit dem Digirail-Programm voranzutreiben. Mit unserer Technologie können unsere Kunden die Kapazität um bis zu dreißig Prozent erhöhen, die Pünktlichkeit deutlich verbessern und mehr als dreißig Prozent Energie einsparen.“
„Die Kombination aus Zugautomatisierung und modernen Sicherungssystemen erhöht die Kapazität, verbessert die Sicherheit und sorgt für eine höhere Vorhersagbarkeit im Bahnbetrieb. Die Testphase ist ein bedeutender Schritt in Richtung automatisierter Schienenverkehr und ein konkretes Ergebnis jahrelanger enger Zusammenarbeit“, sagt Direktor Esa Sirkiä, verantwortlich für das Digirail-Programm bei der Finnischen Verkehrsbehörde.
„Die heutigen Testfahrten zeigen klar, was erreicht werden kann, wenn Eisenbahnakteure eng auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Zugautomatisierung ermöglicht einen sichereren, pünktlicheren und energieeffizienteren Betrieb und erlaubt zugleich eine effizientere Nutzung des Schienennetzes. Finnland verfügt über starke Expertise in der Entwicklung des Schienenverkehrs – und Initiativen wie diese bringen den gesamten Sektor Schritt für Schritt in Richtung Zukunft“, sagt Sanna Järvenpää, CEO von Fintraffic Railway Ltd. Bei den Testfahrten zeigte Siemens Mobility, wie der Zug aus 100 km/h mit einer Präzision von dreißig bis achtzig Zentimetern automatisch anhielt.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de