18.03.26
Das Üstra-Tochterunternehmen Protec ist unter anderem für die Reinigung der U-Bahnstationen in Hannover zuständig. Mit 35 Mitarbeitern verteilt auf drei Schichten an sieben Tagen in der Woche sorgt die protec in den U-Bahnstationen für saubere Bahnsteige, das Leeren der Papierkörbe, müllfreie Treppenaufgänge und blitzblanke Sitzgelegenheiten. Jetzt verzeichnet das Sicherheits- und Reinigungsunternehmen einen hilfreichen Neuzugang für die unterirdischen Stationen: Der erste autonome Reinigungsroboter, rein technisch ausgedrückt ist es der „Tennant X4 ROVR“.
Von den Mitarbeitenden wird er bereits liebevoll „Bürsti“ genannt. „Mit dem Gerät starten wir in eine neue Ära“, sagt Protec-Geschäftsführer Mathias Lindscheid. „Mit seinem Frischwassertank reinigt der Roboter fast 2.000 Quadratmeter Fläche am Stück. Er ist bis zu zweieinhalb Stunden ohne Aufladung im Einsatz und navigiert sich selbständig durch vorgegebene Flächen.“ Bevor Bürsti zum eigentlichen Einsatz kommt, scannt er seine Umgebung und erstellt eine virtuelle Karte. Diese hinterlegte „roadmap“ fährt er anschließend für die Bodenreinigung eigenständig ab.
Dabei erledigt er drei Arbeitsschritte in einem: Wasser aufbringen, scheuern und Schmutzwasser aufsaugen. Er hinterlässt eine gereinigte und trockene Fläche. Der Clou: Der Roboter weicht Menschen, Tieren oder anderen Hindernissen sicher aus und kehrt später eigenständig an die noch nicht gereinigten Stellen zurück. Er ist so programmiert, dass er nicht über Füße oder Kabel fährt und vorgegebene Abstände zu Treppen, Rolltreppen und Aufzügen einhält. Mit seinen Sensoren und Kameras orientiert sich der circa 180 Kilogramm schwere und 112 Zentimeter hohe Automat exakt im Raum.
„Wir wissen die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen von Protec sehr zu schätzen“, betont die Vorstandsvorsitzende der Üstra, Elke van Zadel. „Sie sorgen dafür, dass sich unsere Fahrgäste wohl- und sicher fühlen. Was die Teams tagtäglich leisten, ist immens. Wenn es jetzt durch den Einsatz neuer Technik Entlastung für die Mitarbeitenden gibt, ist das sehr zu begrüßen. Und „Bürsti“ scheint mir ein sehr passender Name“, unterstreicht van Zadel.
Tatsächlich werden der Reinigungsroboter und mögliche weitere Geräte dieser Art nicht dazu führen, Personal abzubauen. „Wir können unsere Kolleginnen und Kollegen im besten Fall von langwierigen und vielleicht auch beschwerlicheren Arbeitsvorgängen befreien. Dann bleibt mehr Zeit für manuelle Detailreinigung“, sagt Lindscheid. „Gleichzeitig entstehen durch den Einsatz solcher Hightech-Geräte neue Berufsbilder, die die Arbeit in der Reinigungsbranche wieder attraktiver machen“, so Lindscheid.
Zunächst wird der Bürsti ausgiebig getestet. Geprüft werden soll unter anderem, wie gut die Reinigung zu verschiedenen Tageszeiten funktioniert, wie der Roboter auf vor allem viele durcheinanderlaufende Menschen reagiert, wie sicher die Navigation ist und wie hoch die tatsächliche Zeit- und Ressourceneinsparung ist.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de