Jobportal für die Bahnbranche & ÖPNV

E-Triebzüge fahren im Ahrtal

19.03.26

Seit letztem Sonntag (15. März) wird auf beiden Regionalzuglinien im Ahrtal mit Elektrotriebzügen gefahren. Drei Monate eher als zuletzt geplant sind die Linien RB 30 (DB Regio) und RB 32 (Transregio) in elektrischer Traktion unterwegs. So haben die beiden SPNV-Aufgabenträger go.Rheinland und SPNV Nord die Flutkatastrophe 2021 genutzt, um die Dekarbonisierung vor Ort voranzutreiben.

Die Flutkatastrophe im Sommer 2021 hatte die Ahrstrecke teilweise komplett zerstört und der Wiederaufbau insbesondere auf den letzten 14 Kilometern zwischen Walporzheim und Ahrbrück kam einem Neubau gleich. Gleichzeitig hat die DB die Strecke entlang der Ahr mit moderner Stellwerkstechnik und Oberleitungen für einen effizienteren Zugverkehr ausgestattet. Das komplexe Wiederaufbau- und Elektrifizierungsprojekt konnte im engen Schulterschluss mit dem Bund, dem Land Rheinland-Pfalz, den Gemeinden und SPNV-Aufgabenträgern in nur vier Jahren realisiert werden.

Damit auf allen Linien möglichst schnell auch elektrisch betriebene Züge eingesetzt werden können, hatten die SPNV-Aufgabenträger und DB Regio den bis Ende 2033 laufenden vareo-Verkehrsvertrag (ehemals Kölner Dieselnetz) angepasst, der auf Dieselfahrzeugen basierte. Dabei war vereinbart worden, dass die elektrisch betriebenen Züge der Linie RB 30 zum kleinen Fahrplanwechsel im Juni 2026 eingesetzt werden sollen.

Janina Monhof, Leiterin Verkehrsvertragsmanagement bei DB Regio NRW: „Ich freue mich, dass wir schon jetzt die elektrischen Talent-2-Fahrzeuge in Betrieb nehmen können. Wir konnten schneller als geplant die Fahrzeuge beschaffen und die Wartung organisieren. Mit der erfolgreichen Schulung und Qualifizierung unseres Personals sind unsere Vorbereitungen abgeschlossen. Jetzt bieten wir unseren Kundinnen und Kunden eine klimafreundliche Verbindung an der Ahr. Wir danken allen Beteiligten herzlich für ihren außerordentlichen Einsatz, der diesen wichtigen Fortschritt möglich gemacht hat.“

Zum vareo-Netz gehören neben der RB 30 noch die Linien S 23 (Bonn-Euskirchen-Bad Münstereifel) sowie die RB 25 (Köln-Gummersbach-Lüdenscheid) und die RE-/RB-Leistungen auf der Eifelstrecke zwischen Köln und Trier. Abhängig von der Fertigstellung der Elektrifizierung der Strecke der S 23 wird derzeit ein Einsatz der Talent-2-Fahrzeuge auch auf dieser Strecke ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2028 anvisiert. Für die Eifelstrecke ist ebenfalls ein elektrisch betriebener SPNV in Planung.

Mit der Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik ist die Infrastruktur zudem künftig deutlich resistenter und leistungsfähiger als bislang. Sven Kleine, Prokurist und Leiter des Fachbereichs SPNV-Vergabeverfahren und Eigenbetrieb Fahrzeuge bei go.Rheinland: „Es ist ein tolles Zeichen für die Region, dass wir es gemeinsam geschafft haben, flexibel die elektrischen Fahrzeuge früher als geplant in Betrieb nehmen zu können. Dadurch sind wir ab jetzt leiser, spurtstärker und nachhaltiger auf der Schiene unterwegs.“

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de