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125 Jahre Nahverkehr in Jena

20.03.26

Der Jenaer Nahverkehr feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Seit April 1901 gibt es in Jena einen öffentlichen Personennahverkehr mit elektrischen Straßenbahnen, seit 1928 einen Linienbetrieb mit Bussen. Dieses Jubiläum feiert der Jenaer Nahverkehr im nächsten Monat mit verschiedenen Aktionen. So ist am Mittwoch, 1. April von 10 bis 17 Uhr ein Aktionstag im Stadtwerke Jena Kundencenter in der Saalstraße 8a geplant. Um 18:30 Uhr beginnt dort zudem ein Leseabend rund um 125 Jahre Nahverkehr in Jena.

Der Höhepunkt der Feierlichkeiten ist für Samstag, 18. April ab 11.30 Uhr auf dem Betriebshof Nord in der Dornburger Straße geplant. Um 13 Uhr startet dort ein großer Fahrzeugkorso der Straßenbahngenerationen zu einer Rundfahrt durch die Stadt. Alle Interessierten sind zur kostenlosen Mitfahrt in den insgesamt sieben Wagen aus allen Epochen der Jenaer Straßenbahngeschichte eingeladen. Wer allerdings in den vier historischen Wagen mitfahren möchte, muss im Kleidungsstil der Goldenen Zwanziger oder 1950er/1960er Jahre erscheinen.

Aus Anlass des Jubiläums bietet der Jenaer Nahverkehr auch neue Souvenirs an. Zu haben sind sie ab 1. April im Stadtwerke Jena Kundencenter und zum Aktionstag am 18. April. Erschienen sind u. a. der Wandkalender „125 Jahre Jenaer Nahverkehr“, die neugestaltete und reich bebilderte Chronik, Krawattenklammern, Powerbanks mit einem Lichtbahnmotiv sowie Tragetaschen aus Original-Werbebannern des Jenaer Nahverkehrs. Am 6. April 1901 hatte die Eisenbahnbaugesellschaft Becker & Co. GmbH Berlin im Auftrag der Berliner Bank mit einem öffentlichen Straßenbahnbetrieb für Jena begonnen.

Zunächst gab es nur eine einzige Linie von der Centrale (dem damaligen Elektrizitätswerk in der Nollendorfer Straße) über den Holzmarkt bis zum Gasthof Schubertsburg in der Kahlaischen Straße. Bis Ende Juni des gleichen Jahres kamen weitere Streckenabschnitte hinzu: Vom Saalbahnhof zum Weimar-Geraer-Bahnhof (heutiger Westbahnhof), vom Steinweg ins Mühltal, vom Weimar-Geraer-Bahnhof zur Ölmühle und von der Centrale nach Zwätzen.

Die offizielle Erlaubnis, einen Straßenbahnverkehr für Jena anbieten zu dürfen, erlangte das Unternehmen im Rahmen einer landespolizeilichen Abnahmefahrt durch Beamte der Großherzoglichen Bezirksdirektion Apolda am 1. April 1901. An diesen denkwürdigen Tag erinnert der Jenaer Nahverkehr mit einer Jubiläumsfahrt auf der Gründungsstrecke.

Die Fahrt ist nicht öffentlich. Der Jenaer Nahverkehr hat Wegbegleiter und Förderer eingeladen, sich gemeinsam auf den Spuren der Gründerväter durch die Stadt zu bewegen. Für Hobbyfotografen kann es sich aber lohnen, von 9 bis 9:30 Uhr auf der Gründungsstrecke die Augen offen zu halten, denn es werden historische Triebzüge fahren. Zum Einsatz kommen der Gotha-Triebwagen 26 aus dem Jahr 1929, der Driewagenzug mit Gotha-Triebwagen 101, Gotha-Beiwagen 155 (beide Baujahr 1955) und Reko-Beiwagen 207 von 1973.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de